Arbeitsagentur in Halle | Bildquelle: dpa

Missbrauch der BA-Jobbörse Arbeitsagentur sperrt Datenhändler

Stand: 07.05.2019 14:41 Uhr

Nach SWR-Berichten über systematischen Missbrauch der Online-Jobbörse hat die Bundesagentur für Arbeit jetzt reagiert: Einer der großen Datenhändler wurde gesperrt. Andere sind aber immer noch aktiv.

Von Judith Brosel und Nick Schader, SWR

Die Bundesagentur für Arbeit hat nach Berichten des SWR über Datenhändler auf ihrer Jobbörse einen der großen Anbieter gesperrt. Nach eigenen Angaben habe man die gefälschten Stellenanzeigen gelöscht.

Die Arbeitsagentur kündigte außerdem an, rechtliche Maßnahmen gegen den Datenhändler zu prüfen und die Nutzungsbedingungen der Jobbörse zu verschärfen. Zudem werde man in Zukunft Anbieter, die eine hohe Zahl an Jobangeboten einstellen, genauer prüfen, "um bei kriminellen Vorhaben schneller agieren zu können", so die Agentur. 

Seit Jahren steht die Bundesagentur wegen Datenmissbrauchs auf ihrer Jobbbörse in der Kritik. Vermeintliche Arbeitgeber schalteten immer wieder gefälschte Stellenanzeigen, um so an Daten von Arbeitssuchenden zu kommen. Diese wurden dann weiterverkauft. Datenschützer und Arbeitsmarktexperten bewerten diese Praxis als strafbar.

 

Datenmissbrauch bei Stellenangeboten der Arbeitsagentur
tagesschau 14:00 Uhr, 02.05.2019, J. Brosel, J. Rose, N. Schade, SWR

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Mindestens ein weiterer großer Datenhändler ist den Recherchen des SWR zufolge nach wie vor aktiv und veröffentlicht pro Tag bis zu 500 neue Stellenanzeigen auf der Jobbörse der Bundesagentur. Auch dieser Datenhändler aus Berlin hatte den verdeckten Reportern den Kauf von Bewerberdaten angeboten, ebenso wie Johann S., dessen vermeintliche Firmen jetzt gesperrt wurde.

Mehrfach auf Missbrauch hingewiesen

Eine Sprecherin der Bundesagentur sagte, dass erst die Recherchen des SWR den Nachweis gebracht hätten, dass hier mit Daten gehandelt wird. Nach Dokumenten, die dem SWR vorliegen, hat die Bundesagentur für Arbeit allerdings schon mehrfach Hinweise von Jobsuchenden erhalten, dass hinter vielen vermeintlichen Jobangeboten unseriöse Datenhändler stecken.

So wurde die Bundesagentur für Arbeit spätestens im Oktober 2018 über Johann S. und seine Firmen informiert. Dennoch konnte dieser bis vor wenigen Tagen scheinbar ungestört täglich bis zu 3000 Stellenanzeigen in der Jobbörse veröffentlichen, um die so gewonnenen Bewerberdaten weiterzuverkaufen.

Bewerbung beim Datensammler

Aus weiteren Dokumenten geht hervor, dass Sachbearbeiter der Bundesagentur die Datensammler sogar als potenziellen Arbeitgeber empfohlen haben.

Demnach wurde unter anderem ein Arbeitssuchender in München von seinem Sachbearbeiter auf eine vermeintliche Stellenausschreibung der Firma "ACS" hingewiesen mit dem Zusatz: "Bewerben Sie sich bitte umgehend per Mail." Als Ansprechpartner wurde dem Arbeitssuchenden Johann S. genannt, der Datenhändler aus Berlin.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Mai 2019 um 14:00 Uhr.

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