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Gesine Lötzsch und Otto Fricke stellten sich im tagesschau-Videochat den Fragen der User und der Redaktion von tagesschau.de.
Die Haushaltsexpertin der Linkspartei, Gesine Lötzsch, und der FDP-Haushaltsexperte Otto Fricke haben sich zeitgleich zum Auftakt der Haushaltswoche im tagesschau-Videochat den Fragen der User gestellt. Traditionell nutzt die Opposition die Debatten um den Etat der Bundesregierung zur Generalabrechnung mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihren Ministern. Angesichts der geplanten Kürzungen bei Elterngeld, Rentenbeitrag und Heizkostenzuschuss von HartzIV-Empfängern im Haushaltsbegleitgesetz warnte die Opposition davor, die Gesellschaft zu spalten.
Lötzsch kritisierte die Regierungskoalition für ihre Sparvorhaben, denn es werde "an den falschen Stellen im Sozialbereich gekürzt. Arbeitslose sollen in Zukunft kein Elterngeld mehr erhalten. Für eine alleinerziehende Mutter wären das 32 Prozent des Einkommens, die gespart werden müssten."
Für Fricke ist das jedoch vertretbar, denn schließlich "sind es über 50 Prozent der Leistungen, die wir für Soziales ausgeben. Nach dem Sparpaket wird das immer noch mehr sein, als am Ende von Rot-Grün." Er wisse auch, dass die Sparvorhaben seiner Partei auf große Kritik in der Bevölkerung stoßen: "Derjenige, der sparen will, ist unbeliebt, das ist nun einmal so."
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Um den Staatshaushalt wieder zu erneuern, plädiere Lötzsch für die Einführung der Finanzmarkttransaktionssteuer, die wäre längst überfällig. Sie befürwortet auch die Erhöhung des Spitzensteuersatzes.
Genau an den will Fricke jedoch nicht ran. Selbst eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes um ein Prozent, sei nicht sinnvoll. Er befürchte, dass auf lange Sicht diejenigen, die über 50.000 Euro im Jahr verdienen, sich dann fragen würden, warum sie noch in Deutschland zu diesen Konditionen arbeiten sollten.
Lötzsch verwies außerdem auf eine weitere Einnahmequelle des Staates: die Mehrwertsteuer. So lege dem Finanzministerium eine Studie der Universität des Saarlandes vor, die einen einheitlichen ermäßigten Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf alle Lebensmittel befürwortet.
Fricke bestätigte, dass dieses Gutachten vorliege, es müsse aber noch geprüft werden. Er verteidigte die bisherige Regelung der Mehrwertsteuer, denn wer etwas für 10.000 Euro kauft, der bezahle auch nominell mehr Steuern.
Beim tagesschau-Videochat können die User die Antworten des Gastes per Ton und Bild im Livestream mitverfolgen und jederzeit Fragen per Internet live in den Chat schicken. Der tagesschau-Videochat wird veranstaltet von tagesschau.de in Zusammenarbeit mit politik-digital.de.
Im Video sehen Sie den kompletten Mitschnitt des Chats, der am Dienstag, den 14. September 2010 von 17.15 bis 18.00 Uhr live auf tagesschau.de und in Ausschnitten bei EinsExtra gesendet wurde. Er wurde moderiert von Corinna Emundts.
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