DFB-Präsident Theo Zwanziger vor einem Logo des Verbands | Bildquelle: REUTERS

Skandal um WM-Vergabe 2006 Zwanziger weist Vorwürfe zurück

Stand: 24.10.2015 19:22 Uhr

Schwere Vorwürfe hatte der ehemalige DFB-Chef Zwanziger gegen seinen Nachfolger Niersbach erhoben - und war dafür vom Deutschen Fußball-Bund heftig attackiert worden. Diese Vorwürfe wies Zwanziger jetzt zurück. Er bot auch an, sich Fragen der DFB-Prüfer zu stellen.

Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger hat die Vorwürfe der aktuellen Führung des Deutschen Fußball-Bundes deutlich zurückgewiesen. Weil er die wahren Hintergründe einer Millionen-Zahlung vor der WM 2006 nicht gekannt habe, habe er während seiner Amtszeit keine Untersuchung eingeleitet, erklärte er der Deutschen Presse-Agentur.

Schlammschlacht zwischen Zwanziger und Niersbach

Die Auseinandersetzung zwischen Zwanziger und Niersbach ist längst zur Schlammlacht geworden. Zwanziger hatte Niersbach in der jüngsten Ausgabe des "Spiegel" der Lüge bezichtigt und von der Existenz einer schwarzen Kasse in der deutschen WM-Bewerbung berichtet. Konkret geht es um eine ominöse Zahlung von 6,7 Millionen Euro aus dem Jahr 2005 an die FIFA, die auch Niersbach nicht erklären konnte.

Theo Zwanziger (l.) und Wolfgang Niersbach (r.) | Bildquelle: dpa
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Keine Freunde mehr: Zwanziger und Niersbach (Archivbild von Dezember 2011)

"Es ist lediglich zu sagen, dass sich zwischen 2005, dem Datum der Überweisung, und 2012 die Einschätzung zwischen allen Beteiligten, dass es sich um eine Provisionszahlung gehandelt haben soll, nicht geändert hat", betonte Zwanziger. Er werde nun Fragen in der internen DFB-Untersuchung durch die Wirtschaftskanzlei Freshfields beantworten. Der DFB hatte die Kanzlei mit der Prüfung der Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der WM-Bewerbung und -Planung für 2006 beauftragt.

Laut DFB-Präsident Wolfgang Niersbach war zunächst 2002 vom früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus eine Zahlung zur FIFA geflossen, um vom Weltverband für das Organisationskomitee eine Unterstützung in Höhe von 250 Millionen Schweizer Franken zu erhalten. Vor zehn Jahren war dann eine Rück-Zahlungsanweisung an Louis-Dreyfus für 6,7 Millionen Euro auch von Zwanziger unterschrieben worden.

Zwanziger sagt dazu: "Erst 2012 erfuhr ich aus Informationen der dann geöffneten Akte, dem dort wiedergegebenen Schmiergeldteppich und einer Information von Günter Netzer neue Aspekte." Daher habe er 2012 und 2013 gebeten, dass man dies einmal überprüfe. "Zu meiner Amtszeit gab es dazu keine Erkenntnisse."

Aufklärung fordert auch der Sportausschuss des Bundestags. Für die Sitzung am 4. November wurde DFB-Präsident Niersbach eingeladen.

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