Passanten in der Fußgängerzone in München

Statistisches Bundesamt legt Zahlen vor Zuwanderung 2015 so hoch wie nie

Stand: 14.07.2016 11:11 Uhr

2015 hat Deutschland den höchsten Zuwanderungsstand seiner Geschichte verzeichnet. 2,14 Millionen Menschen kamen laut den aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamtes nach Deutschland. 988.000 verließen im gleichen Zeitraum das Land.

Im Jahr 2015 war die Zuwanderung nach Deutschland so hoch wie nie zuvor. Das teilte das statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Demnach seien 2015 rund 2,14 Millionen Menschen nach Deutschland gezogen, 672.000 oder 46 Prozent mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig zogen 998.000 Personen aus Deutschland fort. Das ergibt einen Zuwanderungsüberschuss von rund 1,14 Millionen Menschen.

Mit 2,016 Millionen Menschen hatte der überwiegende Teil der Zugewanderten einen ausländischen Pass, knapp die Hälfte davon EU-Ausländer. Mit 121.000 aus dem Ausland zurückgekehrten Deutschen ist diese Zahl weitgehend konstant geblieben. Aus Deutschland weg zogen überwiegend ausländische Personen: 859.000 Ausländer stehen 138.000 Deutschen gegenüber.

Wanderungssaldo 1991-2015
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Insgesamt kamen 2015 1.139.403 mehr Menschen nach Deutschland, als das Land wieder verlassen haben. Damit ist das Wanderungssaldo so hoch wie noch nie.

Flüchtlingskrise führt zum Anstieg

Obwohl die Wanderungsstatistik keine Angaben zum Aufenthaltsstatus liefert, führt das Bundesamt den Anstieg der Zuzüge zum großen Teil auf die Flüchtlingskrise zurück. Die größte Zuwanderungsgruppe außerhalb Europas stellten mit 298.000 Menschen Syrer, gefolgt von Afghanen (80.000) und Menschen aus dem Irak (60.000).

Aus Europa gab es bei der Zuwanderung aus Albanien nahezu eine Vervierfachung von 12.000 auf 47.000. Aus Rumänien stieg die Zuwanderung von 80.000 auf 92.000, aus Kroatien von 25.000 auf 40.000 und aus Bulgarien von 35.000 auf 40.000.

Ungenauigkeiten bei den Zahlen

Knapp drei Viertel der Zuwanderung entfiel laut der Statistik auf insgesamt nur fünf Bundesländer: allen voran Nordrhein-Westfalen mit 227.000 Personen, gefolgt von Baden-Württemberg mit 173.000 und Bayern mit 169.000. Nach Niedersachsen zogen 115.000 Menschen und nach Hessen 95.000.

Grundlage der Wanderungsstatistik sind Daten der jeweiligen Meldebehörden. Das Bundesamt wies jedoch darauf hin, dass es bei der Statistik 2015 Ungenauigkeiten geben könnte. Es sei davon auszugehen, dass eine Erfassung von Schutzsuchenden durch die Behörden nicht zeitnah möglich gewesen war, sodass es bei dieser Personengruppe zu Schwankungen kommen kann. Aber auch Doppelerfassungen von Flüchtlingen seien nicht ausgeschlossen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 14. Juli 2016 um 11:03 Uhr

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