Menschen in der Fugängerzone in München | Bildquelle: dpa

Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes Ohne Zuwanderer würden wir weniger

Stand: 03.08.2015 13:26 Uhr

Das Statistische Bundesamt hat neue Daten zum Thema Migration veröffentlicht. Die Zahl der Zuwanderer ist demnach so hoch wie nie. Viele von ihnen sind gut ausgebildet, manche gar nicht. Und klar wird auch: Ohne Zuwanderung würde die Zahl der Einwohner in Deutschland zurückgehen.

Jeder fünfte Mensch, der in Deutschland lebt, hat einen Migrationshintergrund. Das geht aus Daten hervor, die das Statistische Bundesamt jetzt veröffentlicht hat. Sie beziehen sich auf das Jahr 2014.

Von den knapp 81 Millionen Menschen in Deutschland fallen demnach gut 16 Millionen unter die Definition "Migrationshintergrund". Sie umfasst sowohl Menschen, die aus anderen Staaten nach Deutschland gekommen sind, als auch solche, die zwar in Deutschland geboren sind, aber ausländische Wurzeln haben.

Definition "Migrationshintergrund"

Zu den Menschen mit Migrationshintergrund zählt das Statistische Bundesamt "alle Ausländer und Ausländerinnen sowie eingebürgerte ehemalige Ausländer und Ausländerinnen, alle nach 1949 als Deutsche auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer/in in Deutschland geborenen Elternteil".

Im Jahr 2014 hatte 56 Prozent der Menschen, die unter diese Definition fallen, einen deutschen Pass.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Mehr Zuwanderer aus EU-Staaten aber auch aus China und Indien

Im Vergleich zum Jahr 2011 hat ihre Zahl deutlich zugenommen - um gut 1,5 Millionen. Ausschlaggebend dafür ist vor allem die Zuwanderung. Sie stieg seit 2011 Jahr für Jahr an, wobei der Zuwachs besonders deutlich bei Menschen aus anderen EU-Staaten wie Italien, Polen, Ungarn oder Rumänien war. Ein deutliches Plus gab es aber auch bei Zuwanderern aus China, Indien und Syrien.

Ohne diese Zuwanderung wäre die Bevölkerungszahl in Deutschland zurückgegangen, denn die Zahl der Menschen ohne Migrationshintergrund sank seit 2011 um 885.000. Das ist mehr als die Einwohnerzahl von Frankfurt am Main.

44 Prozent haben einen Hochschulabschluss...

Die Statistik gibt auch Aufschluss über den Bildungsstand der neu zugewanderten Menschen. Die Tendenz hier ist zwiespältig: Von den Migranten, die seit 2011 gekommen sind, hatten knapp 44 Prozent einen Hochschulabschluss - deutlich mehr als bei den Zuwanderern in früheren Jahren und auch deutlich mehr als bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Hier haben 24 Prozent einen Hochschulabschluss.

... acht Prozent noch nicht mal einen Schulabschluss

Allerdings hatten knapp 28 Prozent der seit 2011 Zugewanderten keinen Berufsabschluss, acht Prozent noch nicht mal einen Schulabschluss. Bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund waren das lediglich neun bzw. zwei Prozent.

Beim so genannten Mikrozensus, der Grundlage der aktuellen Statistik ist, wurde auch das Motiv der Zuwanderung erforscht. Befragt wurden dazu die seit 1960 Zugewanderten im Alter zwischen 15 und 64 Jahren. 37 Prozent von ihnen nannten als Grund die Familienzusammenführung. Berufliche Gründe liegen mit 18 Prozent auf dem zweiten Rang.

Auffällig dabei ist nach Aussage des Statistischen Bundesamts, dass sich die Motive seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 deutlich verschoben haben. Seitdem wird von den meisten (28 Prozent) die Aufnahme einer Beschäftigung als Grund genannt - 57 Prozent von ihnen hatten bei der Einreise nach Deutschland bereits einen Job.

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