Mann wirft Stimmzettel in eine Wahlurne | Bildquelle: picture alliance / dpa

Repräsentative Umfrage SPD liegt bei Zuwanderern vorn

Stand: 16.11.2016 14:15 Uhr

Dürften in Deutschland nur Menschen mit Migrationshintergrund wählen, ginge es der SPD besser: Nach einer repräsentativen Integrations-Umfrage kämen die Sozialdemokraten auf 40,1 Prozent. Die Union würde mit nur 27,6 Prozent auf Platz zwei landen.

Wenn in Deutschland nur Menschen mit ausländischen Wurzeln wählen dürften, müsste sich die SPD keine Sorgen mehr machen. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), die in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach würden 40,1 Prozent von ihnen ihre Stimme den Sozialdemokraten geben. Es folgen die Union mit 27,6 Prozent, die Grünen mit 13,2 Prozent und die Linkspartei käme auf 11,3 Prozent.

Spätaussiedler rücken von Union ab

Diese Verschiebung ist dem SVR zufolge vor allem darauf zurückzuführen, dass die Unionsparteien an Rückhalt bei den Aussiedlern und Spätaussiedlern verloren haben. Zwar bekämen CDU und CSU in dieser Gruppe noch 45 Prozent der Stimmen. Bis 2008 gehörten aber noch 65 Prozent dieser Gruppe zu den potenziellen Unionswählern. Nach Daten des Statistischen Bundesamts lebten 2014 rund 4,2 Millionen Spätaussiedler und deren Nachkommen in Deutschland.

Befragung im Jahr 2015

Die Befragung für das Integrationsbarometer des Sachverständigenrates fand zwischen März und August 2015 statt. Zum Vergleich: Laut ARD-Deutschlandtrend vom November 2015 hätten damals 37 Prozent aller Deutschen CDU gewählt, die SPD wäre auf 25 Prozent gekommen, die Grünen auf zehn, die AfD auf neun Prozent, die Linkspartei auf acht und die FDP auf fünf Prozent.

Sonntagsfrage
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Zum Vergleich Sonntagsfrage vom 20. November 2015 - hier landete die Union mit 37 Prozent auf Platz eins. Aber nur 27,6 Prozent der Zuwanderer hätten sie damals gewählt.

Wie sich die aktuelle Einwanderungsbewegung auswirken wird, können die Forscher dementsprechend noch nicht sagen. Viele der jüngst nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge verknüpften ihre Chancen in der Bundesrepublik aber mit der Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die auch CDU-Chefin ist. Für die Integrationsstudie wurden rund 5400 Menschen befragt.

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