Ursache des Zugunglücks "Ein katastrophaler Fehler"

Stand: 16.02.2016 16:05 Uhr

Der zuständige Fahrdienstleiter hat gestanden, einen Fehler begangen zu haben, sagt ARD-Reporterin Mirjam Kottmann. Offenbar habe er ein Sondersignal gegeben, das er nicht hätte geben dürfen - und damit das technische Sicherungssystem außer Kraft gesetzt.

Der Fahrdienstleiter habe sich von selbst bei der Staatsanwaltschaft gemeldet und erklärt, er wolle eine Aussage machen. Dabei habe er einen Fehler eingeräumt - ein technisches Versagen sei laut Ermittlern ausgeschlossen. Welchen Fehler er jedoch genau gemacht habe, erklärten die Ermittler aber nicht. Offenbar habe der Mann, der über fast 20 Jahre Berufserfahrung verfügte, aber ein Sondersignal gegeben, das er nicht hätte geben dürfen. Damit habe er möglicherweise das Sicherungssystem PZB - das solche Unfälle vermeiden soll - außer Kraft gesetzt.

Mirjam Kottmann, BR, zur den Unglücksursachen
tagesschau24 14:30, 16.02.2016

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Strafmaß von bis zu fünf Jahren

Mithilfe der Aussagen des Verdächtigen wollen die Ermittler nun den Unfallhergang genau rekonstruieren. Dazu würden die Aussagen der Zeugen und des Beschuldigten mit den Daten der Blackboxes abgeglichen. Diese sammeln technische Daten etwa über Geschwindigkeit und Standort. Am kommenden Samstag soll die Katastrophe in einer Simulation nachgestellt werden.

Die Ermittlungen gegen den Mann liefen nun wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Darauf drohe ein Strafmaß von bis zu fünf Jahren. Genaueres wollten die Staatsanwälte mit Verweis auf das frühe Stadium der Ermittlungen jedoch nicht sagen. Der Mann habe jedoch nicht aus Absicht gehandelt.

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