Rettungskräfte bringen einen Verletzten von der Unglücksstelle. | Bildquelle: AP

Frontalkollision zweier Meridian-Züge Zahl der Toten nahe Bad Aibling steigt auf neun

Stand: 09.02.2016 12:35 Uhr

Nach dem Zugunglück in Bad Aibling steigt die Zahl der Toten weiter. Die Polizei teilte mit, dass bei dem Frontalzusammenstoß zweier Nahverkehrszüge mindestens neun Menschen ums Leben gekommen seien. Etwa 150 Passagiere wurden verletzt, 50 von ihnen schwer.

Beim Frontalzusammenstoß zweier Regionalzüge in Oberbayern sind mindestens neun Menschens ums Leben gekommen. Das sagte ein Polizeisprecher an der Unglücksstelle. Zunächst war von vier Todesopfern die Rede gewesen, später von acht. Nach Polizeiangaben wurden zudem mehr als 50 Insassen schwer verletzt und etwa 100 leicht verletzt. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könnte. Die Polizei schließt nicht aus, dass sich noch weitere Opfer in den Trümmern des Zuges befinden. Zwei Personen gelten demnach noch als vermisst.

Insgesamt befanden sich Schätzungen zufolge in beiden Zügen etwa 150 Menschen - wegen des Faschingsdienstags und der bayerischen Schulferien deutlich weniger als an anderen Werktagen.

Sicherheitssystem hätte Zusammenstoß verhindern sollen

Das Unglück ereignete sich am Morgen um 6.48 Uhr auf der eingleisigen Strecke zwischen Rosenheim und Holzkirchen. Aus noch ungeklärter Ursache stießen zwei Meridian-Züge der privaten Bayerischen Oberlandbahn, die wiederum zum französischen Transdev-Konzern gehört, frontal zusammen. Die Unglücksstelle liegt in einem schwer zugänglichen Waldstück in einer Kurve, in der Nähe des Klärwerks von Bad Aibling. Dieser Streckenabschnitt ist nach Angaben der Deutschen Bahn grundsätzlich für Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde zugelassen. An der Unglücksstelle können die Züge laut offiziellen Angaben mit etwa 100 Kilometern pro Stunde fahren.

Der eingleisige Streckenabschnitt ist mit dem sogenannten PZB90-System ausgestattet. Es soll dafür sorgen, dass Züge automatisch gebremst werden, die fälschlicherweise ohne entsprechende Signalgenehmigung eine Strecke befahren. Warum es trotzdem zum Unfall kommen konnte, ist noch völlig offen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt erklärte auf einer Pressekonferenz, dass aufgrund des Lagebildes am Unglücksort davon ausgegangen werden müsse, dass beide Züge mit hoher Geschwindigkeit und nahezu ungebremst aufeinander prallten. Genauere Informationen sollen die insgesamt drei Black Boxes liefern, von denen bereits zwei geborgen worden seien.

Zugunglück nahe Bad Aibling
tagesschau 14:00 Uhr, 09.02.2016, Bernd Wode, ARD-aktuell

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Unglücksursache unklar

Soweit bekannt, "gab es vorher auf dieser Strecke keine Störungen", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. Fahrplanmäßig hätten sich beide Züge offenbar am Bahnhof Kolbermoor treffen sollen. Warum dies nicht geschah und es zur Abweichung von Fahrplan kam, sei noch völlig offen, sagte er auf einer Pressekonferenz.

Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd teilte mit, dass die Ermittlungen unter Leitung der Staatsanwaltschaft Traunstein noch am Anfang stünden. Zur Ursache des Unglücks könnten noch keine Aussagen getroffen werden. Auch Experten des Eisenbahnbundesamtes sind vor Ort.

Rettungsarbeiten abgeschlossen

Die BR-Reporter Julian von Löwis und Diethard Kühne berichteten, dass sich die Züge ineinander verkeilt hätten. Die Rettungsarbeiten sind mittlerweile weitgehend abgeschlossen. Hunderte Einsatzkräfte, Dutzende Rettungsfahrzeuge und bis zu zehn Hubschrauber waren stundenlang im Einsatz, um die Verletzten aus dem unwegsamen Gelände in die umliegenden Krankenhäuser zu bringen.

Telefon-Hotlines für Angehörige eingerichtet

Angehörige können sich entweder bei der Bayerischen Oberlandbahn unter der Notrufnummer 0395-43084390 informieren oder die von der Bundespolizei eingerichtete Telefon-Hotline 08031-2000 anrufen. Für 13 Uhr hat die Polizei eine Pressekonferenz im Rathaus von Bad Aibling angesetzt, um über das Unglück und die derzeitigen Erkenntnisse zu informieren.

Darstellung: