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Trauer um CSU-Politiker
Ex-Innenminister Zimmermann gestorben
Der frühere Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann ist tot. Der CSU-Politiker starb im Alter von 87 Jahren nach langer Krankheit in Österreich, wie seine Frau mitteilte.
Der gelernte Jurist schloss sich bereits 1948 der CSU an. Zwischen 1956 und 1963 war er Generalsekretär der Partei. Von 1957 bis 1990 gehörte er als Abgeordneter dem Bundestag an und übernahm in dieser Zeit zahlreiche Ämter und Funktionen. Er hatte jahrelang den Vorsitz des Verteidigungsausschusses inne, war zeitweise Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag und zwischen 1976 und 1982 Vizechef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion als Erster Stellvertreter von Helmut Kohl.
Ex-Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann im Alter von 87 Jahren gestorben
tagesschau 20:00 Uhr, 16.09.2012, Ulrich Hackmann, BR
1982 Aufstieg zum Innenminister
Nach dem Regierungswechsel 1982 übernahm Zimmermann in Kohls ersten Kabinett das Innenressort. 1989 wechselte er im Zuge einer Kabinettsumbildung an die Spitze des Verkehrsministeriums. Nach einer parteiinternen Niederlage bei der Kandidatur für die Bundestagswahl 1990 entschied er sich für den Rückzug aus der Politik und schied nach der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl aus dem Kabinett aus.
Zimmermann war langjähriger Weggefährte des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß. Er galt als Law-and-order-Mann. In seiner Amtszeit setzte er unter anderem das Vermummungsverbot im Demonstrationsrecht und die Einführung einer Kronzeugenregelung durch. In der Ausländer- und Asylpolitik vertrat er eine Linie, die ihm von Seiten von Kirchen und Verbänden den Vorwurf einhandelte, dass die Verdrängung von Ausländern nun das Ziel der Bundesregierung sei - und nicht mehr deren Integration.
Erfolge in der Umweltpolitik
In der Umweltpolitik, für die Zimmermann bis zu Schaffung eines eigenen Umweltministeriums im Jahr 1986 ebenfalls zuständig war, gelangen ihm wichtige Verhandlungserfolge auf europäischer Ebene. Das galt insbesondere beim Thema schadstoffarme Autos mit Katalysator und beim Übergang zum bleifreien Benzin. Anerkennung fanden zudem seine verkehrspolitischen Konzepte für die Zukunft. Heftig kritisiert wurde dagegen Zimmermanns Krisenmanagement nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.
Eine Belastung für Zimmermanns politische Karriere war zeitweise die sogenannte Spielbanken-Affäre. Wegen fahrlässigen Falscheides wurde er dabei 1960 zunächst verurteilt, ein Jahr später aber aufgrund eines medizinischen Gutachtens freigesprochen. Unter dem Eindruck seiner Rolle war 1965 der Widerstand gegen seine Kandidatur für das Amt des Bundestagsvizepräsidenten so groß, dass er schließlich darauf verzichtete.
Stand: 16.09.2012 16:05 Uhr
