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Anlässlich des 60. Jahrestags der Gründung des Zentralrats der Juden in Deutschland haben die beiden großen christlichen Kirchen dessen Arbeit gewürdigt. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, sprachen von einem unverzichtbaren Bestandteil der Gesellschaft.
Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte in einem Glückwunsschreiben an Zentralrats-Präsidentin Charlotte Knobloch. Darin erinnerte Merkel an die Tatsache, dass bei der Gründung vor 60 Jahren noch viele an der Dauerhaftigkeit des Zentralrats gezweifelt hätten. "Ob jüdisches Leben nach dem Zivilisationsbruch der Schoa in Deutschland wieder möglich sein könne, war stark umstritten", schrieb Merkel. Der Zentralrat der Juden habe maßgeblich dazu beigetragen, "dass jüdisches Leben in seiner Vielfalt ein fester Bestandteil lebendiger deutscher Kultur bleiben konnte".
Auch die Grünen-Bundesvorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir hoben die Bedeutung des Zentralrats als politische und moralische Instanz im Kampf gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus hervor.
Erzbischof Zollitsch bezeichnete den Zentralrat als "unverzichtbare Institution in der Gesellschaft". Die katholische Kirche werde auch weiterhin nicht nachlassen, an der Erinnerung der Vergangenheit mitzuwirken und jeder Form von Antisemitismus eine Absage zu erteilen, versicherte er in einem Brief an Knobloch. Für die Leugnung des Holocaust dürfe es in der katholischen Kirche "keinen Platz" geben.
Der EKD-Vorsitzende Schneider hob hervor, die Stimme des Zentralrates sei "auch in Zukunft ein unerlässlicher Bestandteil des öffentlichen Diskurses". Der Zentralrat stehe gemeinsam mit den
Kirchen und mit allen Kräften guten Willens dafür ein, "dass die Stigmatisierung von Minderheiten und rassistische Diskriminierung in unserer Gesellschaft frühzeitig erkannt und entschlossen bekämpft werden", betonte Schneider.
Der Zentralrat der Juden war am 19. Juli 1950 in Frankfurt am Main gegründet worden. Fünf Jahre nach dem Holocaust leben damals 15.000 Juden in Deutschland. Inzwischen gehören dem Zentralrat 107 jüdische Gemeinden mit insgesamt mehr als 100.000 Mitgliedern an. Das Hauptaugenmerk des
Zentralrats gilt nach eigenen Angaben der Förderung und Pflege religiöser und kultureller Aufgaben der jüdischen Gemeinden sowie der Vertretung der gemeinsamen politischen Interessen der jüdischen Gemeinschaft.
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