Zensus: Weniger Einwohner als erwartet

Zensus (Bildquelle: picture alliance / dpa)

Veröffentlichung der Zensus-Ergebnisse

Weniger Einwohner als erwartet

Die Einwohnerzahl in Deutschland ist niedriger als bislang angenommen. Insgesamt leben laut Zensus 2011 genau 80.219.695 Menschen in Deutschland. Das sind etwa 1,6 Millionen weniger als auf Basis der jüngsten Volkszählungen errechnet. Den Erhebungen zufolge leben in Deutschland 39.153.540 männliche und 41.066.140 weibliche Personen.

Knapp 6,17 Millionen Menschen sind ausländische Staatsangehörige, wie die Bevölkerungsbefragung ergab. Vor allem bei den Ausländern wurde bislang von einer deutlich höheren Zahl ausgegangen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes leben in der Bundesrepublik aber etwa 1,1 Millionen Ausländer weniger als bisher angenommen.

Statistisches Bundesamt korrigiert Einwohnerzahlen nach unten
tagesthemen 21:45 Uhr, 31.05.2013, Kristin Joachim, RBB

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Insgesamt lebten 2011 in Deutschland etwa 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Das entspricht einem Anteil von 18,9 Prozent der Gesamtbevölkerung. Den höchsten Anteil hatte mit 27,5 Prozent Hamburg, während in allen ostdeutschen Ländern weniger als fünf Prozent der Bevölkerung einen Migrationshintergrund hatten.

Keine gravierenden Änderungen ergab die Volkszählung bei der Altersstruktur.

Bevölkerung nach Alter
AlterAnzahl
Unter 1813.138.580
18 bis 2911.391.700
30 bis 4922.838.880
50 bis 6416.333.080
65 und älter16.517.450

Folgen für den Länderfinanzausgleich?

Die neuen Ergebnisse können weitreichende Konsequenzen haben, etwa für den Länderfinanzausgleich und Zuweisungen an die Kommunen. Auch die Einteilung der Wahlkreise und die Sitzverteilung im Bundesrat könnten betroffen sein.

Zum Stichtag waren in Deutschland rund 40 Millionen Menschen erwerbstätig. 53,2 Prozent der Männer und 46,8 Prozent der Frauen gingen einer Arbeit nach. 2,1 Millionen Menschen waren erwerbslos.

Die meisten Menschen leben zur Miete

Überraschende Ergebnisse förderte der Zensus auch beim Wohnungsbestand zutage: Zum Stichtag gab es insgesamt 41,3 Millionen Wohnungen - 500.000 mehr bisher angenommen. Die Eigentümerquote stieg demnach in den vergangenen Jahren zwar kontinuierlich auf 45,8 Prozent, die Mehrheit lebt aber immer noch zur Miete.

Nach wie vor hat Deutschland vier Millionenstädte: Berlin, Hamburg, München und Köln. 76 weitere Städte hatten zum Stichtag mindestens 100.000 Einwohner. Im Vergleich zu den bisherigen Zahlen verloren allerdings mit Siegen, Hildesheim, Salzgitter und Cottbus vier Städte diesen Status.

Zensus: Weniger Einwohner als erwartet
A. Meyer, ARD Berlin
31.05.2013 13:30 Uhr

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Boykott in den 1980er Jahren

In der Bundesrepublik wurden die Einwohner zuletzt 1987 gezählt, nachdem die geplante Volkszählung 1983 wegen einer weitreichenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts gescheitert war. In der DDR wurden die Menschen letztmals 1981 gezählt.

Auf der Grundlage der damaligen Ergebnisse wurden die Daten bislang fortgeschrieben und im Laufe der Zeit immer ungenauer. Zudem gibt es seit 2008 eine EU-Verordnung, die vorschreibt, dass die Mitgliedsstaaten alle zehn Jahre Daten über ihre Bevölkerung erheben müssen.

Jahresrückblick 1983 - Volkszählung gescheitert
11.11.2010

Die Erhebung für den neuen Zensus hatte 2011 begonnen. Zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland wurden nicht direkt befragt. Aber dank Datenströmen, Fragebögen und Interviews wurden alle in Deutschland Lebenden bei der Volkszählung berücksichtigt.

Die Statistiker veröffentlichten heute nur einen Teil ihrer Erhebungen. Die Ergebnisse über Familien- und Haushaltszusammenhänge sollen Anfang 2014 publik gemacht werden.

Stand: 31.05.2013 11:39 Uhr

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