Familie spielt mit ihren beiden Kindern  | Bildquelle: dpa

Studie zum Zeitbudget von Familien Eltern im Stress

Stand: 26.08.2015 19:35 Uhr

Eltern wünschen sich mehr Zeit für ihre Kinder, arbeiten aber auch mehr als die Eltern vor zehn Jahren. Das ist ein Ergebnis einer Studie des Statistischen Bundesamtes. Eines hat sich aber kaum verändert: Mütter tragen noch immer die Hauptlast.

Jeder dritte Vater in Deutschland hat nach eigener Einschätzung zu wenig Zeit für seine Kinder. Auch 19 Prozent der Mütter würden gerne mehr Zeit mit ihrem Nachwuchs verbringen. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche Studie des Statistischen Bundesamtes, die in Berlin vorgestellt wurde. Danach würde die Hälfte aller erwerbstätigen Vater lieber weniger Zeit mit dem Job verbringen. Das gleiche gilt für ein Viertel der Mütter.

Die Forderung: 32-Stunden-Woche für Eltern

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD), deren Ministerium die Untersuchung in Auftrag gegeben hatte, sieht sich durch die Ergebnisse bestätigt. Sie warb erneut für ihre Idee der Familienarbeitszeit, die eine 32-Stunden-Woche für junge Eltern bei vollem Lohnausgleich vorsieht.

Manuela Schwesig | Bildquelle: REUTERS
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Familienministerin Schwesig nutzte die Ergebnisse der Studie, um auf ihre Forderung einer 32-Stunden-Woche für junge Eltern hinzuweisen.

"Väter und Mütter sind heute stärker gefordert als früher", sagte Schwesig. Aus der geforderten Generation dürfe aber keine überforderte Generation werden.

Die Realität: Hauptlast liegt bei Müttern

Die letzte Studie dieser Art liegt zehn Jahre zurück. Seitdem hat sich einiges verändert - anderes hingegen kaum: Obwohl sich so viele Väter mehr Zeit mit ihren Kindern wünschen, verbringen sie statistisch gesehen doch nur zehn Minuten mehr pro Tag mit ihnen als vor zehn Jahren. Dazu passt ein weiteres Ergebnis der Studie: Mütter wenden immer noch doppelt so viel Zeit für die Kinderbetreuung auf wie Väter.

In den Daten der Statistiker spiegelt sich aber auch wieder, dass sich die Anforderungen an Eltern verändert haben. Im Vergleich zu den Jahren 2001 und 2002 arbeiten Mütter drei und Väter eine halbe Stunde länger im Beruf. Gleichzeitig versuchen sie aber, mehr aktive Zeit mit den Kindern zu verbringen, zu spielen, vorzulesen, Sport zu machen.

Der Unterschied: Eltern und Kinderlose

Nimmt man die bezahlte und die unbezahlte Arbeit zusammen, arbeiten Frauen im Durchschnitt 70 Prozent ihrer Zeit unbezahlt, 30 Prozent im Beruf. Männer verbringen 62 Prozent mit Erwerbsarbeit und 38 Prozent mit unbezahlter Arbeit. Alles in allem arbeiten Frauen jede Woche eine Stunde länger als Männer. Im Vergleich zu Kinderlosen arbeiten Väter und Mütter pro Woche fast zehn Stunden mehr.

Für ihre Erhebung hatten die Statistiker in den Jahren 2012 und 2013 gut 5000 Haushalte befragt. Etwa 11.000 Menschen protokollierten zudem drei Tage lang detailliert ihren Tagesablauf. Dabei ergab sich beispielsweise auch, dass die Deutschen im Schnitt täglich sechs Stunden Freizeit haben. Die Hälfte dieser Zeit wird für - im weitesten Sinne - kulturelle Tätigkeiten verwendet wie Lesen, Fernsehen und Musik hören. Für Sport steht pro Tag hingegen nur eine halbe Stunde zur Verfügung.

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