Mann in einem Pflegeheim | Bildquelle: picture alliance / dpa

Prognose für 2060 Mehr Pflegebedürftige - vor allem Männer

Stand: 17.11.2015 14:26 Uhr

Zukünftig werden in Deutschland wohl noch mehr Menschen im Alter Pflege benötigen als bislang angenommen. Eine Studie der Barmer GEK rechnet im Jahr 2060 mit mehr als 4,5 Millionen Pflegebedürftigen - ein Plus von etwa fünf Prozent verglichen mit früheren Schätzungen.

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland steigt einer Studie der Krankenkasse Barmer GEK zufolge in den kommenden Jahrzehnten stärker als erwartet. Im Jahr 2060 werden schätzungsweise 4,52 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen sein und damit etwa 221.000 mehr als bislang prognostiziert, wie aus dem Barmer-Pflegereport hervorgeht. Das ist ein Plus von etwa fünf Prozent gegenüber bisherigen Schätzungen.

Die Prognose musste nach oben korrigiert werden, weil in früheren Vorausberechnungen der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung unterschätzt wurde. Die neuen Zahlen basieren auf Daten des Zensus 2011. Vor allem bei den Männern wird die Zahl der Pflegebedürftigen deutlich wachsen. Von den zusätzlichen 221.000 Pflegebedürftigen bis 2060 werden der Studie zufolge 176.000 Männer sein.

Angesichts der demografischen Entwicklung müssen sowohl Frauen als auch Männer häufiger mit Pflegebedürftigkeit rechnen. Von den im Jahr 2013 Gestorbenen waren bereits drei Viertel der Frauen und mehr als die Hälfte (57 Prozent) der Männer pflegebedürftig. Insgesamt sind heute 2,6 Millionen Menschen auf Pflege angewiesen. Auch die Dauer der Pflege weitet sich der Studie zufolge aus.

Unterstützung bei Umbauten in der Wohnung

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Viele alte Menschen wissen nicht, dass sie für Umbauten in der Wohnung Hilfe von der Pflegeversicherung bekommen können. Jeder Zweite, der beispielsweise das Bad hat umbauen lassen, erfuhr vorher nicht, dass es dafür Geld von der Pflegekasse gibt.

Die Barmer GEK forderte angesichts der alternden Gesellschaft eine bessere Unterstützung pflegender Angehöriger. Kranke wollten möglichst lange zu Hause gepflegt werden, daher seien auch mehr präventive Angebote für die Pflegenden nötig, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Krankenkasse, Christoph Straub. Zugleich lobte er die zuletzt beschlossene Pflegereform.

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