Videodays in Köln | Bildquelle: C. Imlau /WDR

Videodays in Köln Die Youtuber von nebenan

Stand: 24.08.2017 17:17 Uhr

Bei den Videodays in Köln feiern Tausende Fans ihre Youtube-Stars. Sie lieben sie dafür, dass sie nicht abgehoben, sondern ihnen nahe sind - auch wenn die Videos für einige Youtuber inzwischen ein einträgliches Geschäft sind.

Von Markus Meyer-Gehlen, WDR

Großauflauf im Kölner Stadtteil Deutz: Nur ein paar 100 Meter von der Spielemesse Gamescom entfernt, quasi nebenan und zeitgleich, werden in der Kölner Lanxess-Arena die Videodays gefeiert. Sie sind Europas größtes Treffen von Youtube-Stars und ihren Fans.

Überwiegend deutsche Künstler, aber auch internationale Stars präsentieren sich ihren Bewunderern. Die sind überwiegend weiblich und noch keine 18 Jahre alt - von den begleitenden Eltern mal abgesehen. Schon Stunden vor der Eröffnung stehen die Fans Schlange, um die Künstler, die sie sonst nur von der größten Videoplattform im Internet kennen, auch mal in echt zu sehen. Im Real Life, so heißt das in der Szene.

Die Headliner sind dieses Jahr die jungen Musiker Lukas Rieger und Mike Singer. Das ist auf Pullis, Plakaten und Turnbeuteln auch kaum zu übersehen.

YouTuber-Treffen Videodays
nachtmagazin 00:30 Uhr, 25.08.2017, Markus Meyer-Gehlen, WDR

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Youtube als Geschäftsmodell

Youtube ist ein Massenphänomen: Nach Angaben des Unternehmens werden jede Minute 400 Stunden Videomaterial hochgeladen. 1,5 Milliarden User besuchen die Plattform regelmäßig. Aber trotz der schieren Größe gibt sich Youtube persönlich, nah und auf Augenhöhe mit seinen Zuschauern. Jeder kann hier Videos hochladen, mit anderen Nutzern interagieren oder sich einfach berieseln lassen. Längst gibt es eine riesige Profi-Szene von Youtubern, die ihren Kanal hauptberuflich betreiben.

Geld kommt unter anderem von Youtube selbst: Vor vielen Videos laufen kurze Werbespots, die Künstler werden an den Einnahmen beteiligt. Doch das ist nur der Anfang, manche Unternehmen nutzen die Reichweite der Stars und bezahlen sie dafür, dass sie über bestimmte Produkte sprechen.

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Viele Unternehmen investieren in Youtube-Stars.

Auch Online-Versandhändler investieren in die Künstler. Kunden gelangen durch einen Link von Youtube auf Seiten wie Amazon und kaufen dann dort ein. Der entsprechende Youtuber erhält dafür eine Provision, sogenanntes Affiliate-Marketing.

Auf Augenhöhe bleiben

"Felixba" betreibt Deutschlands größten Technik-Kanal auf Youtube. Er rezensiert Tablets, Handys, und Kameras. Auch er verdient seinen Lebensunterhalt mit seinen Videos, vor allem durch Produktrezensionen und Links zu Amazon.

Dafür muss er sich immer wieder rechtfertigen: "Besonders, wenn man in einem Bereich wie ich unterwegs ist, wo es um Produkte und Produkttests geht, da ist der Vorwurf 'Ach, du bist nur gekauft' alltäglich", erzählt er.

Dem will er mit Offenheit und Transparenz begegnen. "Hinter meiner Transparenz muss ich mich nicht verstecken. Ich kommuniziere ganz offen, was Sache ist." Denn Felixba ist eben Profi. Klar, die Videos zu produzieren, das sei seine Leidenschaft, der geschäftliche Kram eher Nebensache. Aber er gehört eben dazu.

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Die Fans lieben ihre Youtube-Stars, weil sie nicht abgehoben sind.

In der Szene werde nicht viel über Geld gesprochen, erzählt er. Vermutlich habe das mit der deutschen Mentalität zu tun, über manche Dinge spricht man eben nicht. Und, ja, möglicherweise schaffe das Thema Geld auch ein wenig Distanz zwischen Fans und Künstlern.

Viele haben ihren Kanal mal als Hobby gestartet und sich nach und nach professionalisiert. Aber es gehört zum Geschäftsmodell der Youtuber, auf einer Augenhöhe mit den Fans zu bleiben, nicht abgehoben zu wirken. Das Geschäft dahinter soll Nebensache bleiben.

Mit Youtubern kann man sich identifizieren

Auch deswegen sind die Videodays wichtig für die Branche. Die Künstler können sich den Fans zeigen, Hände schütteln, Selfies machen. "Die Youtuber verstehen einen", erzählen Fans, die in der Schlange stehen, "sie sind jung, man kann sich mit ihnen identifizieren und sie als Vorbild sehen." Dieses Image wird auf dem Festival gepflegt.

Auf Felixba warten wohl nicht die großen Fanmassen. Das hängt mit seinem Genre zusammen, vermutet er. Aber eigentlich ist er ganz froh drum: "Ich habe zum Glück nicht so fanatische Fans, sondern eher Zuschauer, die einfach mal 'ne Runde quatschen wollen. Ich freue mich, einfach ein bisschen ins Gespräch zu kommen und mich dann auch wieder zu verabschieden."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. August 2017 um 12:00 Uhr.

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