Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

10.02.2012

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.EinsExtra Aktuell
    09:00 - 20:00 Uhr
  • VideoLivestream.tagesschau 16:00 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesschau 14:00 Uhr
Inhalt
Inland
Die Antrittsrede des neuen Bundespräsidenten
Der neue Präsident spricht

Christian Wulffs Antrittsrede

Christian Wulff ist im dritten Wahlgang zum Bundespräsidenten gewählt worden. In seiner Antrittsrede betonte er, auch die Interessen seiner Kritiker vertreten zu wollen. Er lobte den fairen Wahlkampf und betonte vor allem seine Wertschätzung für den unterlegenden Gegenkandidaten Joachim Gauck.

Hier die Dokumentation der Antrittsrede

Christian Wulff bei seiner Antrittsrede vor der Bundesversammlung (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Christian Wulff bei seiner Antrittsrede vor der Bundesversammlung ]
"Hochverehrte, sehr geehrte Damen und Herren und Mitglieder der
14. Bundesversammlung. Ich möchte mich zuerst einmal für das
entgegengebrachte Vertrauen ausdrücklich und von Herzen bedanken. Ich
denke, das ist eine Abstimmung gewesen in freier und geheimer Wahl,
wie es in den letzten Wochen auch zurecht von vielen Seiten immer
wieder eingefordert wurde, und wie es auch heute Morgen der Präsident
des Deutschen Bundestages zurecht, denke ich, hervorgehoben hat, dass
jede Wahlfrau und jeder Wahlmann hier in dieser Bundesversammlung
völlig frei war und nach eigenem Gewissen zu entscheiden hatte in der
Wahlkabine.

Und ich freue mich darüber, dass ich am Ende im dritten
Wahlgang mit absoluter Mehrheit von der Bundesversammlung zum
Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt worden bin.

Audio: Rede von Christian Wulff in der Bundesversammlung

AudioBirgit Wentzien (SWR), ARD Berlin 30.06.2010 21:30 | 5'48
  • Download Download der Audiodatei: 
    Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:
    Technische Details einblenden

All denen, die eine andere Wahlentscheidung getroffen haben,
bekunde ich selbstverständlich meinen Respekt. Ich bin überzeugt,
dass es auch mit ihnen zu einer gedeihlichen Zusammenarbeit kommen
wird. Ich jedenfalls werde mich sehr bemühen, auch vielen ihrer
Erwartungen gerecht zu werden. Danken möchte ich vor allem dafür,
dass wir einen in jeder Hinsicht, in jeder Phase sehr fairen
Wettbewerb um das Amt des Bundespräsidenten erlebt haben. Und deshalb
danke ich vor allem Joachim Gauck, der diesen fairen Wettstreit, wie
wir ihn erlebt haben - und ich habe Sie noch mehr schätzen gelernt -
und freue mich darüber, dass Ihr Wort weit über Deutschland hinaus
auch weiterhin großes Gewicht haben wird. Herzlichen Dank dafür, Herr
Gauck.

Eines der wesentlichen Wesenselemente von Demokratie ist, dass man
auswählen kann, dass man gewinnen kann und dass man verlieren kann.
Ich will es jetzt nicht übertreiben, Sie wollen auch alle noch nach
Hause, aber aus Niederlagen habe ich eigentlich immer noch mehr
gelernt als aus Siegen. Und wenn ich Ihnen sage, dass mein Antritt
als Ministerpräsident im dritten Anlauf neun Jahre gedauert hat, dann
war die Bundesversammlung heute relativ kurz.

Ich möchte hier und nicht nur am Freitag ausdrücklich meinem
Amtsvorgänger Bundespräsident Prof. Horst Köhler und seiner Gattin
dafür danken, dass sie mit ihrem Auftreten, Sympathie, die Herzen
vieler, vieler Menschen gewonnen haben, mit Engagement für Familien
und Kinder, mit Einsatz für Afrika und Aufruf zu Veränderung Maßstäbe
gesetzt haben. Horst Köhler wollte Deutschland dienen, und ich bin
davon überzeugt, er hat Deutschland gedient. Dafür möchte ich ihm und
seiner so überaus erfolgreich engagierten Ehefrau auch an dieser
Stelle in dieser Bundesversammlung herzlich Dank sagen.

Der schönste, der größte Augenblick in unserer Geschichte der
Bundesrepublik Deutschland war sicher die Wiedervereinigung unseres
Vaterlandes. Und ich freue mich darauf, dass wir dies gemeinsam in
Bremen am 3. Oktober bei Herrn Bürgermeister Börnsen werden feiern
können. Und es ist für mich besonders bewegend, dass ich im 20. Jahr
der Deutschen Einheit zum Bundespräsidenten gewählt wurde, weil ich
nunmehr auch in dieser Position vor allem beitragen möchte zur
inneren Zusammenarbeit, zur inneren Einheit unseres Landes und zu
einem noch besseren gegenseitigen Verständnis. Denn das sollte uns
als Bundesversammlung doch besonders bewegen, dass wir demokratisch
frei und wiedervereinigt sind und hier in Berlin tagen, wenige Meter
von der Mauer, der ehemaligen Mauer entfernt, die damals durch mutige
Menschen zum Einsturz gebracht wurde...(lautes Klatschen).

Wir alle, meine sehr verehrten Damen und Herren, ob die Linke, die
Sozialdemokraten, die Grünen, die Liberalen, die Christsozialen, die
Christdemokraten - wir alle tragen gemeinsam Verantwortung für unser
Land, für unser Gemeinwesen, für unsere Demokratie. Es ist unser
Land, es ist uns anvertraut. Wir wollen es in einem Zustand an
kommende Generationen weitergeben, zumindest so gut im Zustand
erhalten, den wir in unserem Land vorgefunden haben.

Wir haben eine gemeinsame Zukunft und die gerade auch in unseren
Händen liegend. Wenn wir auf eine offene, eine vielfältige Landschaft
in Deutschland blicken, wenn wir gemeinschaftliches Leben in Frieden,
Freiheit und Wohlstand in einem vereinten Europa und einer
globalisierten Welt gedeihen lassen wollen, dann brauchen wir alle
Menschen in unserem Land, jede und jeden dort, wo er sich einbringen
möchte. Und Parallelgesellschaften in unserem Land verhindern wir am
ehesten dadurch, dass wir aufeinander zugehen und nicht aneinander
vorbei leben. Da werde ich sicher einen besonderen Schwerpunkt auch
am Freitag hier vor Ihnen erläutern dürfen.

Deutschland, meine sehr verehrten Damen und Herren, ist ein
wunderbares Land. Das weiß man nicht nur, wenn man nach Deutschland
aus Auslandsreisen zurückkehrt. Deutschland ist unsere Heimat.
Deutschland ist eine Geschichte, die uns in besonderer Weise
verpflichtet vielen gegenüber. Deutschland hat eine Zukunft, die uns
aufgegeben ist. Gott beschütze unser Land. Vielen Dank."

Stand: 01.07.2010 09:55 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW