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29.05.2012

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Inland
Wulffs Eigenheim
Unternehmer Geerkens öffnete Wulff die Tür zur BW-Bank
Details zum Kredit für Bundespräsidenten

Geerkens öffnete Wulff die Tür zur BW-Bank

Der Unternehmer Egon Geerkens hat nach Angaben der BW-Bank den Darlehens-Kontakt zum heutigen Bundespräsidenten Christian Wulff hergestellt. "Herr Wulff hat sich im Herbst 2009 telefonisch bei der BW-Bank gemeldet auf Empfehlung von Herrn Egon Geerkens. Dem ging ein Gespräch von Herrn Geerkens mit einem Kundenberater der BW-Bank voraus", teilte die Bank in Stuttgart mit. Es ist das erste Mal, dass das Geldinstitut zur Affäre um den Bundespräsidenten und seinen Privat-Kredit Stellung nimmt.

Änderung in langfristiges Darlehen

Am 21. März 2010 sei der erste Darlehensvertrag mit Wulff abgeschlossen worden. "Dieser bisher kurzfristig refinanzierte Geldmarktkredit wurde in ein langfristiges Darlehen geändert." Der entsprechende Vertrag sei am 12. Dezember 2011 von der Bank unterschrieben an Wulff geschickt worden. Wulff habe den Vertrag am 21. Dezember unterschrieben, sechs Tage später - am Dienstag nach Weihnachten - ging dieser bei der BW-Bank ein, wie es weiter hieß. Zu Konditionen und zur Höhe der Kreditsumme machte das Institut mit Verweis auf das Bankgeheimnis keine Angaben. "Die Aufsichtsgremien der Bank werden über die Darlehensvergabe umfassend informiert."

Die Diskussion um Wulffs Kredite hatte Mitte Dezember begonnen: Es war herausgekommen, dass er im Jahr 2008 als niedersächsischer Ministerpräsident von der Ehefrau des befreundeten Unternehmers Geerkens, Edith Geerkens, einen 500.000-Euro-Kredit für den Kauf eines Privathauses aufgenommen, diesen auf Nachfrage im niedersächsischen Landtag 2010 aber nicht erwähnt hatte. Am 23. Dezember gab Wulff dann eine persönliche Erklärung ab, in der er Fehler im Umgang mit der Kreditaffäre einräumte.

Haus der Familie Wulff (Archivbild) (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Das Haus der Familie Wulff in Großburgwedel ]

Anzeige wegen Verdachts der Untreue

Die BW-Bank gehört zur Landesbank Baden-Württemberg, die wiederum in Staatsbesitz ist. Ihr Schwerpunkt liegt nach eigenen Angaben eigentlich auf dem Mittelstandsgeschäft in Baden-Württemberg. Gegen die Verantwortlichen des Instituts gingen inzwischen zwei Anzeigen ein. Dabei geht es laut Stuttgarter Staatsanwalt Stefan Biehl "um den Verdacht der Untreue im Zusammenhang mit der Kreditvergabe an den Bundespräsidenten". Die Staatsanwaltschaft prüft laut Biehl nun, ob ein Anfangsverdacht vorliegt und ein Ermittlungsverfahren einleitet wird.

Der Aufsichtsratschef der BW-Bank, Stuttgarts Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU), hatte vor einigen Tagen erklärt, dass der Vorstand des Instituts wohl bei der nächsten Sitzung des Kontrollgremiums kurz über das Geschäft mit dem Bundespräsidenten berichten werde. Die Sitzung ist für den 30. April 2012 geplant.

Schaden für die Bank?

Das sei viel zu spät, meint Aufsichtsrätin Roswitha Blind. "Es muss eine Sondersitzung Anfang des Jahres geben", sagte sie der "Frankfurter Rundschau". "Es muss aufgeklärt werden, ob seitens der Bank-Mitarbeiter Untreue vorlag und ob alles mit rechten Dingen zuging." Die Bank dürfe Kredite an Bürger nur zu den üblichen Konditionen vergeben, "unabhängig von der Person oder Funktion." Dieses Kriterium sei nicht eingehalten worden. Deshalb müsse man von einem "Schaden für die Bank" ausgehen.

Nach "Spiegel"-Recherchen hatte die Bank Wulff einen Kredit gewährt, bei dem die Zinsen zunächst lediglich bei 0,9 bis 2,1 Prozent lagen. Damit wären die Zinsen um die Hälfte niedriger als bei der Immobilienfinanzierung anderer Kunden. Experten bezeichneten die Konditionen als nur "schwer nachvollziehbar".

Nach Angaben von Wulffs Anwalt, Gernot Lehr, läuft der umstrittene Geldmarktkredit von Bundespräsident Wulff bei der BW-Bank noch bis zum 15. Januar 2012. Ab dem 16. Januar 2012 gelte für Wulff dann ein Hypothekenbankdarlehen mit einem fest vereinbarten Sollzinssatz für 15 Jahre mit einem effektiven Jahreszins von 3,62 Prozent. Das sei Anfang Dezember so vereinbart worden.

Dossier:

Wulff (Foto: picture alliance / dpa)
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Stand: 30.12.2011 17:24 Uhr
 

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