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29.05.2012

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Inland
Interview mit Bundespräsident Wulff
Wulff-Anwalt: Antworten zum Hauskredit bleiben geheim
Wulff verweigert Antworten

Erst versprochen - jetzt gebrochen

Bundespräsident Christian Wulff verweigert einem Medienbericht zufolge die von ihm zugesagte Herausgabe der detaillierten Fragen und Antworten zu seiner Kredit- und Medienaffäre.

Der dazu geführte Schriftverkehr zwischen Anwälten und Dritten falle unter die anwaltliche Verschwiegenheitspflicht, sagte sein Anwalt Gernot Lehr, der für Wulff die Fragen zu der Affäre beantwortet hat, dem "Tagesspiegel". "Aus diesem Grund sowie aus Gründen der praktischen Handhabbarkeit für alle Beteiligten ist eine zusammenfassende Stellungnahme erfolgt."

In der sechsseitigen Stellungnahme, die von der Kanzlei auch im Internet veröffentlicht wurde, geht es um den Privatkredit für Wulffs Eigenheim, seine Urlaube in den Anwesen befreundeter Unternehmer und die vom Unternehmer Carsten Maschmeyer bezahlte Zeitungsanzeige für ein Buch von Wulff. Die umstrittenen Beschwerdeanrufe Wulffs beim Springer-Verlag wegen kritischer Berichte werden darin nicht erwähnt.

Interview:

Jens Borchers
Weitere Meldungen "Diese sechs Seiten zeigen nur begrenzte Transparenz" ARD-Korrespondent Borchers zur Erklärung von Wulffs Anwälten [mehr]

Wulffs Transparenz-Versprechen

Wulff hatte in der vergangenen Woche in seinem Interview mit ARD und ZDF gesagt: "Ich gebe Ihnen gern auf die 400 Fragen 400 Antworten." Man müsse die Transparenz weitertreiben, was auch neue Maßstäbe setze. "Morgen früh werden meine Anwälte alles ins Internet einstellen. Dann kann jede Bürgerin, jeder Bürger, jedes Detail zu den Abläufen sehen."

Neujahrsempfang im Schloss Bellevue

Am Vormittag empfing der Bundespräsident im Schloss Bellevue das diplomatische Korps. Etwa 200 Botschafter und Vertreter internationaler Organisationen waren bei dem Defilee dabei. Zu der Kredit- und Medienaffäre äußerte Wulff sich erwartungsgemäß nicht.

Zustimmung für Wulff schwindet

Die anhaltende Diskussion um Wulff kostet den Bundespräsidenten weitere Zustimmung. In einer Umfrage von infratest dimap für die ARD-Sendung "hart aber fair" stimmten nur noch 46 Prozent der Deutschen dafür, dass Wulff das Amt weiter ausüben sollte. Ebenso viele forderten seinen Rücktritt. Für diesen Fall meinten 58 Prozent, dass Kanzlerin Angela Merkel als überparteilichen Kandidaten Joachim Gauck vorschlagen soll.

Im ARD-DeutschlandTrend vom 5. Januar hatte sich noch 60 Prozent der Befragten dafür ausgesprochen, ihm eine zweite Chance zu geben.

Stand: 10.01.2012 12:17 Uhr
 

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