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Der neue Bundespräsident Christian Wulff betrachtet das Ergebnis der Bundespräsidentenwahl, bei der er erst im dritten Durchgang die notwendige Stimmenmehrheit erzielte, als "ausreichende Rückendeckung" für sein Amt. "Für mich ist entscheidend, dass eine absolute Mehrheit vorhanden war," sagte er in der ARD-Sendung "Farbe bekennen". Allerdings räumte er ein, auf eine Wahl im ersten Durchgang gehofft zu haben. Er fügte hinzu: "Jetzt muss man sich im Amt beweisen."
Auf die Frage nach den Wahl-Abweichlern in der Koalition sagte er, die Präsidenten Gustav Heinemann und Roman Herzog seien auch erst im dritten Wahlgang gewählt worden. Diesmal habe es "zwei bürgerliche, zwei konservative Kandidaten" gegeben. Dabei habe es innere Konflikte gegeben bei manchen Wahlmännern. Die Abweichler sollte man daher nicht so sehr kritisieren; er selber respektiere die Stimmabgabe für jeden anderen.
Wulff würdigte die Kandidatur Joachim Gaucks als nachhaltige Stärkung der Demokratie und kündigte eine gute Zusammenarbeit an. Gauck stehe für Freiheit, Verantwortung und bürgerliches Engagement. Zudem habe Gauck in den vergangenen Wochen viel an politischem Interesse mobilisiert. Das könne man für Deutschland nutzen, meinte Wulff.
Seine erste Auslandsreise wird den frisch gekürten Bundespräsidenten nach Brüssel führen. Dort wolle er EU-Parlamentspräsiden Jerzy Buzek und EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso treffen, sagte er. Dann werde er vielleicht noch nach Paris und Warschau fliegen. Anfang Oktober sei dann ein Staatsbesuch in der Türkei geplant. Es sei sehr wichtig, die Beziehungen dorthin zu verstärken, da so viele Türken in Deutschland lebten, so Wulff weiter.
Der neue Bundespräsident setzt zudem auf Nähe zu den Bürgern, um Politikverdrossenheit entgegenzuwirken. So wolle er das Internet stark nutzen, "um mich zu erklären, Fragen zu stellen und Meinungen einzuholen". Aus tagespolitischen Debatten wolle er sich aber heraushalten.
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