Verfassungsschutzpräsident Maaßen "Außerhalb des Radarschirms aller Behörden"

Stand: 19.07.2016 20:26 Uhr

Auch dem Verfassungsschutz war der Attentäter von Würzburg nicht bekannt. Verfassungsschutzpräsident Maaßen verweist im tagesthemen-Interview darauf, dass sein Amt nicht alles sehen könne - und auch nicht dürfe.

Ein junger Mann radikalisiert sich und wird zum Attentäter - wie kann es sein, dass in Zeiten des Internets und der Allgegenwart von sozialen Medien eine solche Entwicklung niemandem und vor allem den Sicherheitsbehörden nicht auffällt?

Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, verweist im Interview mit den tagesthemen auf die Grenzen jedweder Ermittlungstätigkeit: "Wir können nicht alles sehen und hören und dürfen es auch nicht, was unserer Bürger, was die Menschen in Deutschland tun."

Maaßen räumt ein, auch seinem Amt sei der junge Mann nicht bekannt gewesen. Und vermutlich werde es weiter Fälle geben, in denen sich junge Menschen "außerhalb des Radarschirms der Sicherheitsbehörden radikalisieren". Aus diesem Grund sei es wichtig, dass auch die Menschen in Deutschland die Sicherheitsbehörden über auffälliges Verhalten anderer informierten.

Hans-Georg Maaßen, Präsident des Verfassungsschutzes, zu der Zugattacke bei Würzburg
19.07.2016, tagesthemen 22:25 Uhr

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Auch wenn man bei der Bewertung der Bluttat von Würzburg noch vorsichtig sein müsse: Maaßen verweist auch darauf, dass die Terrormiliz "Islamischer Staat" zweigleisig verfahre. Zu aufwändig geplanten Anschlägen wie von Paris komme die Aufforderung an jeden Islamisten in Europa, die aus ihrer Sicht Ungläubigen zu töten, wo man sie nur treffen könne. Vor diesem Hintergrund sei auch die Tat von Würzburg zu sehen.

Junge Leute seien für diese Botschaften, die durch das Internet verbreitet würden, besonders empfänglich. Eine hundertprozentige Sicherheit sei durch die Behörden nicht zu gewährleisten.

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