Wort des Jahres GroKo

Entscheidung der Gesellschaft für deutsche Sprache "GroKo" ist Wort des Jahres

Stand: 13.12.2013 10:01 Uhr

Das Wort des Jahres 2013 ist "GroKo". Das gab die Gesellschaft für deutsche Sprache bekannt. Es steht für die geplante Große Koalition von Union und SPD.

Dieses Wort charakterisiere das Jahr in besonderer Weise, begründete die Gesellschaft für deutsche Sprache ihre Wahl. In ihrem Anklang an "Kroko" beziehungsweise "Krokodil" konnotiere die Abkürzung "eine halb spöttische Haltung gegenüber dem sich abzeichnenden Regierungsbündnis", hieß es weiter. Zudem sei es eine interessante Wortbildung und zeige Sprachwitz und Kreativität, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft, Armin Burkhardt.

#GroKo

Seine Polularität dürfte "GroKo" maßgeblich dem Kurzmitteilungsdienst Twitter verdanken. Weil auf Twitter Abkürzungen aufgrund der Zeichenbegrenzung gang und gäbe sind, entwickelte sich "GroKo schnell zu einem beliebten Schlagwort, auch Hashtag genannt. Die Analyse-Seite Topsy verzeichnete für die vergangenen 30 Tage insgesamt 88.000 Tweets mit diesem Schlagwort.

CDU-Chefin und Kanzlerin Merkel, CSU-Chef Seehofer und SPD-Chef Gabriel bei der vorläufigen Unterzeichnung des Koalitionsvertrags. | Bildquelle: dpa
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CDU-Chefin und Kanzlerin Merkel, der CSU-Vorsitzende Seehofer und SPD-Chef Gabriel bei der vorläufigen Unterzeichnung des Koalitionsvertrags.

"Protz-Bischof" auf Platz zwei

Auf den zweiten Platz setzten die Sprachforscher die Bezeichnung "Protz-Bischof" für den in die Kritik geratenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Auf Rang drei kam mit "Armutseinwanderung" ein Begriff, der sowohl die Einwanderung nach Europa als auch innereuropäische Migrationsbewegungen aus Rumänien und Bulgarien in wohlhabendere Länder wie Deutschland beschreibt. Der Ausdruck "Zinsschmelze", der auf die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) anspielt, landete auf Platz vier. "Big Data" im Zusammenhang mit der Überwachung persönlicher Daten durch Geheimdienste schaffte es auf den fünften Platz.

Auswahl aus mehr als 2400 Vorschlägen

Die Jury hatte ihre zehn "Wörter des Jahres 2013" aus mehr als 2400 Vorschlägen ausgewählt. Dabei geht es laut Akademie nicht um Häufigkeit, sondern um eine Art sprachliche Chronik des zu Ende gehenden Jahres.

Vergangenes Jahr hatten sich die Sprachwissenschaftler für "Rettungsroutine" als Wort des Jahres entschieden. Das Wort des Jahres 2011 lautet "Stresstest".

Wörter des Jahres der vergangenen zehn Jahre

2013: GroKo
2012: Rettungsroutine
2011: Stresstest
2010: Wutbürger
2009: Abwrackprämie
2008: Finanzkrise
2007: Klimakatastrophe
2006: Fanmeile
2005: Bundeskanzlerin
2004: Hartz IV
2003: Das alte Europa

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