Ein Wolf steht in einem Gehege im niedersächsischen Springe. | Bildquelle: dpa

Wölfe in Deutschland Schützen oder schießen?

Stand: 02.02.2018 17:54 Uhr

In Deutschland gibt es immer mehr Wölfe. Während sich Naturschützer freuen, fürchten vor allem Schäfer um ihre Tiere. Nun diskutiert die Politik über den richtigen Umgang mit Wölfen.

Von Sophia Stritzel, ARD-Hauptstadtstudio Berlin

Die Wölfe sind zurück - und breiten sich immer weiter aus. Inzwischen leben in Deutschland 60 Rudel und 13 Paare. Für Schäfer wie Jochen Rehse aus Niedersachsen ist das ein Problem, denn immer wieder greifen die Raubtiere Herden an: "Das ist eine ganz schlimme Situation, wenn die Tiere verstreut auf der Wiese liegen, teilweise schlimm zugerichtet."

Wie umgehen mit dem Wolf? Diese Frage ist längst zum Politikum geworden. Der Lösungsvorschlag der FDP: Die Jagd auf Wölfe soll in Deutschland erlaubt werden. Andere Maßnahmen wie zum Beispiel Schutzzäune seien keine realistische Lösung, sagt FDP-Agrarexperte Karlheinz Busen: "Nur so kann die Gefahr für Herdentiere und andere Wildbestände wirksam gebannt werden." Viele Landwirte seien in ihrer Existenz bedroht, wenn der Wolf ihre Herdentiere reiße. "Mehr und höhere Zäune allein werden dieses Problem hierzulande nicht lösen."

Wolf "Janosch" streift im Wildpark Eekholt bei Großenaspe (Schleswig-Holstein) durch sein Gehege | Bildquelle: dpa
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Menschen treffen eher selten auf Wölfe. Probleme kann das Raubtier aber Tierhaltern machen.

Wolfsschutz und Herdenschutz

Rita Schwarzelühr-Sutter von der SPD ist parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesumweltministerium. Sie hält nichts vom Abschuss des Wolfes: "Auch wenn sie nur einen Wolf haben, dann wird der eine Herde angreifen und auch ein Nutztier reißen können. Deshalb ist das der falsche Ansatz." Vielmehr müssten Wolfsschutz und Herdenschutz Hand in Hand gehen. Außerdem sollten Agrarsubventionen dafür eingesetzt werden, die oft schwierige wirtschaftliche Situation der Weidetierhalter zu verbessern.

Die AfD fordert, dass intensiv an einer Antwort auf die Frage gearbeitet werden muss, wie der Wolf vom Menschen ferngehalten werden kann. Denn besonders für kleine Kinder könne er zur Gefahr werden, meint AfD-Abgeordneter Karsten Hilse: "Wölfe laufen immer öfter seelenruhig durch Dörfer, an Bushaltestellen vorbei, an denen nur wenige Stunden vorher Kinder auf ihren Schulbus warteten." Wölfe hätten schon lang gelernt, dass von Menschen keine Gefahr ausgehe. "Der nächste logische Schritt ist, dass sich auch ihr Beuteschema ändert."

Wölfe stehen auf einem Feld in Niedersachsen (Archivbild vom 07. März 2016) | Bildquelle: dpa
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Die Wölfe breiten sich weiter aus. Inzwischen sollen in Deutschland 60 Rudel und 13 Paare leben.

"Keine Angstdebatten kreieren"

Alles Panikmache - findet Steffi Lemke von den Grünen. Ängste vor dem Wolf zu schüren, sei in einer sachlichen Debatte vollkommen fehl am Platz. "Es gibt keine real existierende Gefahr für dreijährige Kinder im deutschen Wald. Es ist die Aufgabe von Behörden, dort wo Problemwölfe auftauchen, Lösungen zu kreieren und nicht Angstdebatten im Deutschen Bundestag zu kreieren." Nach dem Willen ihrer Partei müsse der Wolf in Deutschland umfassend geschützt werden.

Auch die Linken wollen dem Wolf nicht an den Pelz. Sie setzen bei den Nutztierhaltern an. Diesen müsse geholfen werden, ihre Tiere besser zu schützen. Außerdem fordert die Partei, den finanziellen Ausgleich für Schäden durch Wolfsangriffe bundeseinheitlich und unbürokratischer zu regeln.

Die Anträge von AfD, FDP, Linkspartei und Grünen werden nun im Ausschuss für Umwelt und Naturschutz beraten.

Wie umgehen mit dem Wolf?
S. Stritzel, ARD Berlin
02.02.2018 18:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 02. Februar 2018 um 14:15 Uhr.

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