Jeder 10. Wohnungslose ist minderjährig Mehr Menschen leben auf der Straße

Stand: 01.08.2013 16:31 Uhr

Die Zahl der Wohnungslosen ist binnen zwei Jahren um 15 Prozent auf 248.000 im Jahr 2012 angestiegen. Darauf wies der Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W), Thomas Specht, hin. Hohe Mietpreise in Ballungsräumen und ein unzureichendes Angebot an preiswertem Wohnraum, Verarmung der unteren Einkommensgruppen und Fehlentscheidungen bei Hartz-IV-Fällen führten zu diesem "drastischen Anstieg" der Zahl der Wohnungslosen, sagte Specht in Berlin.

Als wohnungslos gelten die Menschen, die keinen mietvertraglich abgesicherten Wohnraum zur Verfügung haben. Stattdessen haben sie Unterkunft bei Verwandten, Freunden, auf Campingplätzen oder in Hilfseinrichtungen. Zu ihnen gehören auch Obdachlose, deren Zahl im Zeitraum von 2011 bis 2012 um zehn Prozent auf 24.000 gestiegen ist.

Lösung: Mietpreisbremse und Kriterien für Mietobergrenze

Jeder zehnte Wohnungslose sei minderjährig, also rund 32.000 Kinder und Jugendliche. Unter den Erwachsenen seien drei Viertel derjenigen ohne Bleibe Männer. Insgesamt könne man jedoch davon ausgehen, dass es noch viel mehr Wohnungslose gebe, da die Zahlen fast ausschließlich aus Statistiken und Schätzungen der BAG W stammen. Außer Nordrhein-Westfalen erfasst kein Bundesland systematisch Wohnungslose.

Um die Situation der Wohnungslosen zu verbessern, fordert die BAG W eine Mietpreisbremse, wie sie im Wahlprogramm von SPD und Grünen geplant ist, und auch verbindliche Kriterien für die Festlegung von Mietobergrenzen.

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