Symbolfoto eines Einbrechers hinter einer eingeschlagenen Scheibe | Bildquelle: picture alliance / Daniel Maurer

Schätzung des BKA Zahl der Wohnungseinbrüche sinkt weiter

Stand: 26.12.2017 08:27 Uhr

Jahrelang stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland immer weiter. Erst 2016 verzeichnete das Bundeskriminalamt wieder einen spürbaren Rückgang. Dieser Trend habe sich 2017 fortgesetzt, teilte BKA-Chef Münch mit.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland wird im laufenden Jahr voraussichtlich zum zweiten Mal hintereinander sinken. "Nach 2016 erwarten wir auch für 2017 einen spürbaren Rückgang der Fallzahlen bei den Wohnungseinbrüchen", teilte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, der Nachrichtenagentur dpa mit. Abschließende Zahlen gibt es im Frühjahr, wenn die offizielle Kriminalstatistik für Deutschland vorgestellt wird.

"Große Bedeutung für Sicherheitsgefühl"

BKA-Chef Münch spricht bei einer Pressekonferenz | Bildquelle: picture alliance / Arne Dedert/d
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BKA-Chef Münch sieht die Arbeit der Ermittler durch die sinkenden Einbruchszahlen bestätigt.

Das BKA betonte, die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls habe für die Polizei "angesichts der hohen Fallzahlen und der besonderen Bedeutung des Deliktes für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung" eine große Bedeutung. Münch zufolge zeigen die sinkenden Fallzahlen, dass die Ermittler auf dem richtigen Weg seien.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft erklärte: "Zahlen der Versicherungswirtschaft bis September 2017 lassen im Vergleich zu 2016 auf einen Rückgang der Einbrüche in Deutschland hoffen". Das Bild könne sich aber noch deutlich ändern, da vor allem in den dunklen Monaten eingebrochen werde. Die Versicherer machten zugleich deutlich, dass die Einbruchszahlen weiterhin hoch sei.

2016 Trendumkehr nach langem Anstieg eingeleitet

Zwischen 2008 und 2015 war die Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche von 108.284 auf 167.136 gestiegen. Das bedeutete einen Anstieg um 54 Prozent innerhalb weniger Jahre. Erst 2016 war dann ein Rückgang um rund zehn Prozent auf 151.265 verzeichnet worden.

Ermittler und Politiker waren in den vergangenen Jahren unter Druck geraten, ihren Kampf gegen Einbrecher zu verstärken. Die schwarz-rote Bundesregierung sorgte zuletzt für eine Strafverschärfung, die seit dem Sommer gilt: Beim Einbruch in eine Privatwohnung ist jetzt eine Mindeststrafe von einem Jahr Haft statt sechs Monaten fällig. Der Rahmen reicht bis zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe. Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen lag im Jahr 2016 allerdings lediglich bei 16,9 Prozent, im Jahr davor waren es 15,2 Prozent.

Über dieses Thema berichtete am 26. Dezember 2017 Inforadio um 09:43 Uhr und tagesschau24 um 13:00 Uhr.

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