Wohn- und Immobilienwirtschaftsbericht Bundesregierung warnt vor Wohnungsmangel in Städten

Stand: 09.10.2012 17:43 Uhr

Neubauten in Frankfurt am Main | Bildquelle: dpa
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Mancherorts seien jahrelang zu wenige Wohnungen gebaut worden, kritisiert Bundesbauminister Ramsauer.

Die Bundesregierung warnt vor Wohnungsmangel in Deutschland. In einer zunehmenden Zahl von Städten und Regionen zeichneten sich "lange Zeit nicht mehr bekannte Wohnungsmarktengpässe" ab, heißt es im neuen Wohn- und Immobilienwirtschaftsbericht des Bundesbauministeriums, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt. Zurückzuführen sei dies auf eine wachsende Nachfrage bei gleichzeitig geringer Bautätigkeit.

Es sei zu befürchten, dass die Angebotsentwicklung kurzfristig nicht mit der Nachfrage Schritt halten könne, heißt es in dem Bericht, den das Ministerium nach 2009 zum zweiten Mal vorlegt, um die Entwicklungen auf dem Markt nachzuzeichnen.

Eine wirksame soziale Abfederung der Folgen sei besonders wichtig. Zwar drohe keine allgemeine Wohnungsnot, aber es gebe vielerorts deutliche Verknappungen und Versorgungsschwierigkeiten vor allem für Einkommensschwächere, verbunden mit hohen Wohnkosten.

Aufwärtstrend in Ballungszentren

Dem Bericht zufolge gab es bei den Mieten vor allem in Ballungszentren und Städten im vergangenen Jahr bereits einen klaren Aufwärtstrend. Die beim Abschluss neuer Mietverträge oder bei Mieterwechsel fälligen Mieten erhöhten sich demnach in Berlin etwa um 7,4 Prozent, in Hamburg um 7,5 Prozent und in Greifswald sogar um 10,4 Prozent. Auch in kleineren Städten stiegen die Preise, etwa wegen steigender Studentenzahlen.

Im bundesweiten Schnitt erhöhten sich die Mieten für Neuvermietungen im vergangenen Jahr demnach um 2,9 Prozent. Es gebe aber weiter große regionale Unterschiede. So sänken in strukturschwachen Gebieten oder teils im ländlichen Ostdeutschland die Mieten, heißt es weiter.

Steigende Nachfrage wegen des Wirtschaftswachstums

Ursache der Entwicklung ist laut Bericht die durch eine positive Wirtschaftsentwicklung ausgelöste steigende Nachfrage nach Wohnraum. Hinzu komme, dass Investitionen in Immobilien wegen der derzeit unsicheren Lage an den Anlagemärkten attraktiver geworden seien.

Weil diese Entwicklung auf eine Bautätigkeit treffe, die über mehrere Jahre hinweg für eine nachhaltige Marktentwicklung zu gering gewesen sei, ergebe sich für eine absehbare Zeit eine Verknappung. Erfreulich sei allerdings, dass die Bautätigkeit inzwischen kräftig steige und damit auf mittlere Sicht zur Behebung der Engpässe beitragen werde.

Bundesbauminister Peter Ramsauer forderte die Bundesländer in den "Ruhr Nachrichten" zu mehr Anstrengungen beim Wohnungsbau auf. "Mancherorts sind jahrelang zu wenig Wohnungen gebaut worden. Hier wird preiswerter Wohnraum rarer", sagte der CSU-Politiker. Zwar nehme die Bautätigkeit kräftig Fahrt auf, aber die Länder müssten rechtzeitig vorsorgen und in sozialen Wohnungsbau investieren.

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