Eine Frau in einer Wohnung für Flüchtlinge in Magdeburg | Bildquelle: dpa

Städte- und Gemeindebund Wohnungsreserve für Flüchtlinge gefordert

Stand: 09.07.2017 10:42 Uhr

Deutschland sollte sich nach Ansicht des Städtebundes auf erneut steigende Flüchtlingszahlen einstellen und eine Wohnraumreserve vorhalten. Derzeit kämen noch immer 200.000 Flüchtlinge im Jahr und niemand könne sagen, ob die Zahlen nicht wieder stiegen.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert die vorsorgliche Bereitstellung von Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete. "Nach wie vor kommen rund 200.000 Flüchtlinge pro Jahr nach Deutschland und niemand kann mit Sicherheit vorhersagen, ob die Zahlen nicht wieder deutlich ansteigen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der "Welt am Sonntag".

"Damit sich dramatische Engpässe bei der Unterbringung wie im Jahr 2015 nicht wiederholen, müssen Unterbringungsmöglichkeiten vorgehalten werden."

Bund und Länder müssten genau erfassen, wo die Kommunen wie viele Plätze welcher Art in Reserve halten müssten, forderte Landsberg. Zahlen müsse der Bund, denn es handele sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Provisorische Unterkünfte abgebaut

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 seien bis zu 1200 Sporthallen als Notunterkünfte genutzt worden, sagte Heinz-Peter Meidinger, Chef des Deutschen Philologenverbandes, der Zeitung. In vielen Städten wurden damals auch kurzfristig Containerwohnanlagen eingerichtet.

Seit der Schließung der Fluchtroute über den Balkan 2016 und das EU-Flüchtlingsabkommen mit der Türkei ist die Zahl der Ankommenden stark gesunken. Die provisorischen Unterkünfte wurden inzwischen vielfach wieder abgebaut und auch die meisten Turnhallen geräumt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Juli 2017 um 19:00 Uhr.

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