Fahrgäste verlassen den IC2203 | Bildquelle: dpa

Winterwetter bremst IC aus Das Ende einer langen Reise

Stand: 04.01.2016 17:57 Uhr

Sie sind am Ziel ihrer Reise: Köln, Hauptbahnhof. Hunderte Bahnpassagiere wollten von der Nordsee zurück nach NRW. Am Nachmittag erreichte ihr IC die Domstadt mit fast einem Tag Verspätung. Vereiste Oberleitungen und Weichen hatten den Zug ausgebremst.

Der IC2203 hat sein Ziel erreicht. Normalerweise wäre das bei der Strecke von der Nordsee nach Köln nicht weiter erwähnenswert. Doch der Zug musste eine 22-stündige Zwangspause einlegen. Der Grund: vereiste Oberleitungen auf offener Strecke in Niedersachsen.

"Von der Bahn kamen leider keine Infos, ob man zum Beispiel ein Hotelzimmer nehmen oder wie es weitergehen kann", sagte der Berliner Lokalpolitiker Thorsten Schatz (CDU), der ebenfalls im Zug war. Die Fahrgäste wurde im beheizten Zug oder in einer Halle einer Fährgesellschaft in Norddeich untergebracht.

Bahn und Rotes Kreuz servierten den Gestrandeten Getränke und Essen. Eigentlich hätte der IC Norddeich am Sonntag gegen 11.36 verlassen sollen. Tatsächlich ging die Fahrt dort erst 22 Stunden später los. Am Nachmittag traf der Zug dann in Köln ein.

Pro-Bahn: Lob und Kritik für Bahn

Kritik kam vom Fahrgastverband Pro Bahn. Sein Sprecher Karl-Peter Naumann forderte mehr Reservezüge für die Winterzeit. Denn wegen des Wintereinbruchs in der Region zwischen Bremen und Hannover waren zahlreiche Regionalzüge ausgefallen. Im Fall des IC bei Norddeich habe die Bahn aber richtig gehandelt und den Zug nach Norddeich zurückgeschleppt, um die Reisenden dort gut versorgen zu können.

Zugverspätungen durch Glatteis in Ostfriesland
tagesschau 20:00 Uhr, 04.01.2016, Carsten Wagner, NDR

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Viele Unfälle auf spiegelglatten Straßen

Auch die Straßen in Ostfriesland waren teils mit einer Eisschicht überzogen und spiegelglatt. Es gab Hunderte Unfälle. Allein die Polizeidirektion Oldenburg meldete in einer ersten Bilanz 183 Unfälle. Bei 16 davon wurden Menschen verletzt.

Ähnlich wie im Nordwesten Deutschlands ist die Lage auf den Straßen im Süden: In Baden-Württemberg und Bayern behindern Schnee und Eis den Verkehr. Einige Autobahnabschnitte mussten für mehrere Stunden gesperrt werden. Insbesondere auf der A3 und der A9 kam es durch liegengebliebene LKW und Autos zu Behinderungen.

Auch in den kommenden Tagen ist keine grundsätzliche Wetteränderung in Sicht. Deutschland liegt zwischen einem starken Tiefdruckgebiet im Westen über dem Atlantik und einem stabilen Russland-Hoch im Osten. Allmählich dränge die feuchte Atlantikluft die sibirische Kaltfront zurück, sagen Meteorologen voraus. An der Zweiteilung - Frost im Osten Deutschlands und Plusgrade im Westen - werde sich bis Freitag nichts ändern.

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