Die Icons von Whatsapp und Facebook auf einem Smartphone | Bildquelle: AP

Neues Geschäftsmodell Whatsapp schafft Abo-Gebühr ab

Stand: 18.01.2016 15:39 Uhr

Whatsapp ist in Zukunft für alle Nutzer kostenlos. Das Unternehmen möchte statt der Abo-Gebühr neue Einnahmequellen finden und fokussiert sich dabei auf die Kommunikation zwischen Privatleuten und Unternehmen. Facebook will dabei aber ein Wort mitreden.

Der Kurznachrichtendienst Whatsapp wird künftig für alle Nutzer kostenlos sein. Dieser Schritt ist vor allem durch wirtschaftliche Rückendeckung des Online-Netzwerkes Facebook möglich, das Whatsapp vor knapp zwei Jahren für rund 22 Milliarden Dollar übernommen hatte. Ziel ist es laut Whatsapp-Gründer Jan Koum, neue Geschäftswege zu erschließen.

"Wir werden die jährliche Gerbühr einstellen und statt dessen ein neues Geschäftsmodell etablieren", sagte Koum auf der Internet-Konferenz DLD in München. Dabei ginge es vor allem um die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden. Die Überlegungen für dieses neue Geschäftsmodell befänden sich allerdings noch in einem sehr frühen Stadium.

Jan Koum | Bildquelle: dpa
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Whatsapp-Gründer Jan Koum will künftig Privatleute und Unternehmen besser verbinden.

Bankdetails per Messenger

Weitere Details zu den Plänen nannte der aus der Ukraine stammende Koum nicht. Allerdings sei es vorstellbar, dass zum Beispiel Nutzer mit ihrer Bank über den Whatsapp-Messenger kommunizieren, wenn eine verdächtige Kontobewegung festgestellt wurde. Kurz vor der Übernahme des Dienstes durch Facebook hatte Koum noch gesagt, dass die Abo-Gebühr von 89 Cent auf Dauer die Unabhängigkeit des Unternehmens sichern solle.

Bessere Infrastruktur durch Facebook

Der Deal mit Facebook habe es der Firma gestattet, die Infrastruktur des weltgrößten Online-Netzwerkes zu nutzen - zum Beispiel bei der Sprach-Telefonie. "Die Übernahme hat uns erlaubt, uns auf Wachstum zu konzentrieren und nicht auf ans Geldverdienen zu denken", sagte Koum.

Allerdings bringt die Verbindung mit Facebook auch Probleme mit sich. Denn das neue Geschäftsmodell mit Fokus auf die Kommunikation zwischen Privatpersonen und Unternehmen ist auch ein Schwerpunkt des Facebook-Messengers, der bis zu 800 Millionen Nutzer weltweit. Whatsapp verzeichnet momentan 900 Millionen Nutzer.

Viele Zusatzangebote bei Facebook

Bisher teilten sich die beiden SMS-Alternativen so auf, dass Whatsapp sich auf eine schlanke Grund-Kommunikation konzentriert und der Facebook-Messenger viele Zusatzangebote wie Bezahldienste oder Fahrten-Vermittlung anbietet. Wie die Aufteilung in Europa zukünftig sein soll, ist noch unklar.

Whatsapp habe aber dennoch die Unabhängigkeit weitgehend gewahrt, wie Koum betonte. Die Software-Entwicklung laufe zum Beispiel auf einer eigenen Plattform. Bei Verwaltungs-Funktionen wie Personal oder Dienste eines Justiziars nutze sein Unternehmen allerdings bereits vorhandene Facebook-Strukturen.

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