Wettskandal: Sapina-Prozess wird teilweise neu aufgerollt

Wettskandal im Fußball

Sapina-Prozess muss teilweise neu aufgerollt werden

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat entschieden, dass der Prozess gegen zwei Hauptangeklagte im europaweit größten Fußball-Wettskandal teilweise neu aufgerollt werden muss. Der BGH bestätigte zwar die Verurteilung von Ante Sapina und Marijo Cvrtak wegen Betruges. Das Strafmaß für die Angeklagten müsse jedoch neu bestimmt werden, ordnete der Bundesgerichtshof an.

Das Landgericht Bochum habe nicht geprüft, ob eine Strafmilderung nach der Kronzeugenregelung in Frage komme, monierten die Richter. Andererseits müsse zu Lasten von Sapina nochmals geprüft werden, ob in einigen Fällen statt eines Betrugsversuchs möglicherweise doch ein vollendeter Betrug vorliegt.

BGH zum Wettskandal-Prozess
tagesschau 12:00 Uhr, 20.12.2012, Kolja Schwartz, SWR

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Gewerbsmäßiger Betrug

Das Landgericht Bochum hatte Sapina und Cvrtak im Mai 2011 jeweils zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Gericht befand sie des gewerbsmäßigen Betruges in rund 20 Fällen schuldig. Wie es im Urteil hieß, platzierten sie bei ausländischen, zumeist asiatischen Anbietern, zahlreiche Wetten auf Fußballspiele im In- und im europäischen Ausland, nachdem sie mit Spielern oder Schiedsrichtern Manipulationsabsprachen getroffen hatten.

Die hinsichtlich der einzelnen Spielpaarungen erzielten Wettgewinne sollen regelmäßig im hohen fünfstelligen Bereich gelegen haben. Bei Buchmachern sollen Schäden in Höhe von mehr als vier Millionen Euro entstanden sein.

(Az. 4 StR 55/12)

Stand: 20.12.2012 11:28 Uhr

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