DWD-Bilanz für 2017

Ein extremes Wetter-Jahr

Stand: 29.12.2017 15:15 Uhr

Überdurchschnittlich warm und mit ungewöhnlichen Ausreißern. So lässt sich das Wetter 2017 zusammenfassen. Der Deutsche Wetterdienst geht davon aus, dass Deutschland in Zukunft häufiger Extremwetter erleben wird.

Regen im Sommer, Frost im April, heftige Stürme im Herbst. Das Wetter 2017 war unbeständig, oft extrem und vergleichsweise warm. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Wetterdienst in seiner Jahresbilanz. Demnach lagen die Temperatur mit 9,6 Grad Celsius im Durchschnitt um 1,4 Grad über dem langjährigen und international gültigen Vergleichswert (1961 bis 1990).

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Wetterbilanz 2017

tagesthemen 23:15 Uhr, 29.12.2017, Andreas König, ARD Berlin

2017 - eines der wärmsten Jahre

2017 zählte damit zu den acht wärmsten Jahren seit Beginn der regelmäßigen Messungen 1881. Insgesamt sei das zu Ende gehende Jahr geprägt gewesen von Unbeständigkeit und Wetterextremen wie den Orkanen "Xavier" und "Herwart" oder einer plötzlichen Rückkehr des Frostes im April.

Ausgewertet wurden Daten von rund 2000 Messstationen des Deutschen Wetterdienstes. Die tiefste Temperatur des Jahres wurde am 7. Januar mit minus 26,3 Grad im bayerischen Reit im Winkl. Der Höchstwert wurde vom DWD am 22. Juni mit plus 37,2 Grad in Trier-Petersberg (Rheinland-Pfalz) gemessen. Rund 30.000 Unwetterwarnungen veröffentlichte der DWD in diesem Jahr.

Sturmschäden in Hamburg nach Unwetter "Xavier".

"Winter werden kürzer und nasser"

Die Meteorologen erwarten für die Zukunft mehr Extremwetterlagen. Vor allem heftige Niederschläge im Sommer seien zu befürchten. "Außerdem werden die Winter kürzer und nasser", sagt DWD-Vizepräsident Paul Becker voraus.

Unangenehm dürfte es schon recht bald werden. Für den Jahreswechsel sagen Meteorologen in einigen Regionen Unwetter voraus. Im Schwarzwald und in Teilen der Alpen prognostiziert der DWD Überflutungen. Grund ist das starke Tauwetter in Verbindung mit vorhergesagten Niederschlägen. Von Samstagmorgen bis Sonntagfrüh werden deshalb "unwetterartige Abflussmengen" erwartet.