Ein entwurzelter Baum am Berliner U-Bahnhof Güntzelstraße | Bildquelle: dpa

Sturmtief über Deutschland Mindestens sieben Tote durch "Xavier"

Stand: 06.10.2017 00:48 Uhr

Das heftige Sturmtief "Xavier" hat im Norden Deutschlands sowie in Brandenburg und Berlin insgesamt mindestens sieben Menschenleben gefordert. Vielerorts kam der Zugverkehr zum Erliegen. Die Bahn rechnet mit Beeinträchtigungen bis weit in den Freitag hinein.

Durch das Sturmtief "Xavier" sind deutschlandweit mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen. Allein in Brandenburg starben drei Menschen in ihren Fahrzeugen und ein weiterer, als er Äste von der Straße entfernen wollte. In Hamburg wurde eine 54-jährige Frau getötet, als ein Baum auf ein Auto fiel. Das Opfer hatte als Beifahrerin im Wagen gesessen. In der Nähe von Schwerin wurde ein Lastwagenfahrer von einem umstürzenden Baum erschlagen. Auch in Berlin-Tegel stürzte ein Baum auf ein Fahrzeug und tötete eine Frau.

Zahlreiche Menschen wurden verletzt - einige von ihnen lebensgefährlich. Polizei und Feuerwehr rückten zu Hunderten Einsätzen aus. Die Rettungskräfte forderten die Menschen auf, sicherheitshalber zu Hause zu bleiben. Die Schäden dürften in die Millionenhöhe gehen.

Bäume und Äste auf Schienen und Oberleitungen

Die Deutsche Bahn stellte aus Sicherheitsgründen in ganz Norddeutschland und weiten Teilen Ostdeutschlands den Zugverkehr vollständig ein. Auf zahlreichen Strecken stürzten Bäume und Äste auf Schienen und Oberleitungen. Bis weit in den Freitag hinein rechnete die Bahn mit Beeinträchtigungen. "Es ist noch unklar, wann die Züge wieder normal fahren", sagte ein Sprecher in der Nacht zum Freitag.

Das Unternehmen stellte am Donnerstagabend nach Angaben des Sprechers etwa ein Dutzend leere IC- und ICE-Züge in Bahnhöfen für gestrandete Reisende bereit. So standen demnach zum Beispiel drei Übernachtungszüge in Kassel-Wilhelmshöhe, außerdem gab es sogenannte Hotelzüge auch in Berlin am Hauptbahnhof und an den Stationen Spandau und Südkreuz sowie an den Hauptbahnhöfen in Köln, Dortmund, Bielefeld, Düsseldorf, Leipzig, Hamburg und Hannover. Zusätzlich seien auch viele Taxi- und Hotelgutscheine ausgegeben worden.

Züge auf Erkundungsfahrten

Der Bahnsprecher sagte, es werde laufend überprüft, wo Bäume auf den Schienen lägen, vereinzelt seien Züge zu Erkundungsfahrten unterwegs, um gegebenenfalls gesperrte Strecken wieder freizugeben.

Viele Bahnkunden schlugen sich auch privat durch. Zahlreiche Reisende stiegen auf Reisebusse um. Wie ein Flixbus-Sprecher sagte, stieg die Zahl der Buchungen von und nach Hamburg im Vergleich zur Vorwoche um rund 45 Prozent. Die Strecke Hamburg-Bremen sei beispielsweise auf allen Verbindungen ausgebucht gewesen.

Sturmtief "Xavier" zieht über Norddeutschland
tagesthemen 22:15 Uhr, 05.10.2017, Marcel Müller/Alexander Westermann, NDR

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Gestrichene Flüge

Flugreisende mussten ebenfalls Einschränkungen hinnehmen. Wegen des heftigen Sturms mussten etliche Verbindungen ausfallen. Der Flughafen Bremen meldete drei gestrichene Flüge von und nach Amsterdam sowie eine abgesagte Maschine aus Istanbul. Auch in Hannover fielen Verbindungen mit der niederländischen Hauptstadt sowie nach Istanbul aus.

In Hamburg fuhr die S-Bahn nicht mehr zum Airport. Auch wurde mit Verspätungen bei den Flügen gerechnet. Die Berliner Flughäfen hatten vorübergehend die Abfertigung eingestellt - Passagiere durften gelandete Maschinen nicht verlassen, auch neue Maschinen waren vorerst nicht beladen worden.

Deutschland großflächig betroffen

Von "Xavier" betroffen sind zahlreiche Bundesländer von Niedersachsen und Hamburg bis nach Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen. In Berlin stellte die S-Bahn zeitweise den Zugverkehr ein. Ein Schienenersatzverkehr konnte wegen des Unwetters zunächst nicht eingerichtet werden, denn auch der Busverkehr kam zum Erliegen. Außerdem wurden der Straßenbahnverkehr sowie der U-Bahnverkehr im Bereich der oberirdischen Streckenabschnitte eingestellt. Die Feuerwehr rief den Ausnahmezustand aus.

Die Hamburger Feuerwehr berichtete von mehr als 800 Unwettereinsätzen. Vorübergehend rief die Feuerwehr die Hamburger auf, sich nicht im Freien aufzuhalten - diese Warnung konnte nach etwa zwei Stunden aber wieder aufgehoben werden. In Bremen meldete die Polizei in kurzer Zeit rund 200 Einsätze. Auf der Autobahn 27 stürzte bei Oslebshausen ein Baum auf ein vollbesetztes Auto, die Insassen kamen mit dem Schrecken davon.

Unwetterwarnungen aufgehoben

Ein umgekippter Kran | Bildquelle: dpa
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Im Hafen von Wilhelmshaven (Niedersachsen) stürzte aufgrund des Sturms ein tonnenschwerer Kran ins Wasser.

Wie die Wasserschutzpolizeiinspektion Wilhelmshaven mitteilte, stürzte von der Niedersachsenbrücke ein etwa 1000 Tonnen schwerer Entladekran bei Starkwind in die Jade und versank teilweise. An dem Kran dürfte Totalschaden entstanden sein, die Brückenanlage musste gesperrt werden. In Bremerhaven rammte ein beim Sturm losgerissener Schwimmkran zunächst einen Fischtrawler und danach eine Yacht.

Der Deutsche Wetterdienst hob mittlerweile seine wegen "Xavier" ausgelösten Unwetterwarnungen vollständig wieder auf. Nur im Gebirge und an den Küsten seien noch Sturmböen, aber keine orkanartigen Böen mehr zu erwarten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Oktober 2017 um 17:00 Uhr und 20:00 Uhr.

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