Ein Feuerwehrmann beseitigt die Folgen von Sturmtief "Xavier" | Bildquelle: dpa

Sturm "Xavier" über Deutschland Chaos, Schäden und eindringliche Warnungen

Stand: 05.10.2017 16:12 Uhr

Sturm "Xavier" zieht mit Macht über Deutschland hinweg. Der Deutsche Wetterdienst warnt, sich in der Nähe von Gebäuden oder Bäumen aufzuhalten. In Norden starben zwei Menschen. Züge und Flüge fallen aus. Die Berliner Feuerwehr rief den Ausnahmezustand aus.

Der Deutsche Wetterdienst warnt eindringlich vor Sturmtief "Xavier" - und das für ganz Deutschland: Die Menschen sollten Abstand von Gebäuden, Bäumen und Hochspannungsleitungen halten, es bestehe akute Gefahr.

Karsten Schwanke @KSchwanke
15 Uhr: Braunschweig 122km/h. Sturmfeld jetzt auch in Sachsen-Anhalt, Thüringen. Demnächst im Süden Brandenburgs, Sachsen. Berlin erst gegen 18...19 Uhr. https://t.co/KYnliaApLx

Ganz besonders gilt die Warnung im Moment für Norddeutschland. Hier erreichte das Spitzengeschwindigkeiten von 113 Kilometern pro Stunde. In Mecklenburg-Vorpommern wurde ein Lastwagenfahrer von einem umstürzenden Baum erschlagen. In Hamburg kam eine Frau ums Leben, als ein Baum auf das Auto des Opfers stürzte.

Die Rettungskräfte der Hansestadt berichten zudem von zahlreichen verletzten Personen, es liefen Dutzende Notrufe ein. Die Hamburger Feuerwehr hatte die Bürger zwischenzeitlich aufgerufen, zu Hause zu bleiben, hob die Warnung mittlerweile aber wieder auf.

Feuerwehr Hamburg @FeuerwehrHH
Unsere Warnung, sich nicht im Freien aufzuhalten, heben wir hiermit auf.

Dennoch: Vorsicht vor abgebrochenen Ästen!

#Unwetter #Hamburg https://t.co/qwITXbEa3A

Ausnahmezustand in Berlin

Die Feuerwehr in Berlin rief hingegen den Ausnahmezustand aus. Innerhalb kurzer Zeit wurden die Einsatzkräfte zu mehr als 260 wetterbedingten Einsätzen gerufen. Den Ausnahmezustand ruft die Feuerwehr immer dann aus, wenn die Behörde mit den eingehenden Notrufen nicht mehr hinterher kommt. Auch Helfer der freiwilligen Feuerwehr wurden zur Unterstützung angefordert. Laut dem Sprecher sollen rund 400 Kräfte aushelfen.

Auch in Nordrhein-Westfalen waren die Ausläufer von "Xavier" zu spüren. In Bad Lippspringe wurde die Landesgartenschau geschlossen. Der Dortmunder Westfalenpark blieb ebenfalls aus Sicherheitsgründen zu. Am Nachmittag hatte sich die Wetterlage hier wieder beruhigt.

Behinderungen und Ausfälle bei der Bahn

Anzeigentafel zeigt am 05.10.2017 im Hauptbahnhof in Hannover (Niedersachsen) Verspätungen im Schienenverkehr an. | Bildquelle: dpa
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Nichts geht mehr bei der Bahn.

Der Bahnverkehr kam vielerorts zum Erliegen, betroffen ist vor allem der Norden. Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg bis auf weiteres ein. In Berlin wurde zudem der Busverkehr eingestellt. Auch in Nordrhein-Westfalen kam es zu zahlreichen Störungen.

Die Bahn stellte auch etliche Fernverbindungen ein. Ein Bahn-Sprecher bestätigte, dass seit 14.00 Uhr Verbindungen wie die Strecke Hamburg-Westerland, Hamburg-Kiel, Hamburg-Hannover, Hamburg-Berlin, Hannover-Berlin, Hannover-Bremen, Dortmund-Hamburg und andere ruhten. Ob noch weitere hinzukommen, lasse sich nicht sagen. "Das kann ich nicht ausschließen", sagte er. Es hänge davon ab, wie sich der Sturm entwickle. Noch sei nicht absehbar, wann die Sperrungen aufgehoben würden.

Feuerwehr sichert entwurzelte Bäume | Bildquelle: dpa
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Vielerorts entwurzelte der Sturm Bäume. Das führte zu massiven Verkehrsbehinderungen.

Ein Spaziergänger läuft am 05.10.2017 an der Nordseeküste bei Hooksiel (Niedersachsen) am Deich entlang und kämpft dabei gegen den Wind an. | Bildquelle: dpa
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Schwere See: Auch die Küsten werden von Sturmtief "Xavier" getroffen.

Flüge fallen aus

Flugreisende mussten ebenfalls Einschränkungen hinnehmen. Wegen des heftigen Sturms im Norden mussten etliche Verbindungen ausfallen. Der Flughafen Bremen meldete drei gestrichene Flüge von und nach Amsterdam sowie eine abgesagte Maschine aus Istanbul. Auch in Hannover fielen Verbindungen mit der niederländischen Hauptstadt sowie nach Istanbul aus. In Hamburg fuhr die S-Bahn nicht mehr zum Airport. Auch wurde mit Verspätungen bei den Flügen gerechnet.

Die beiden Berliner Flughäfen stellten vorübergehend die Abfertigung ein. Passagiere in gelandeten Maschinen müssten aus Sicherheitsgründen vorerst in den Flugzeugen bleiben, sagte ein Flughafensprecher. Zum Abflug vorgesehene Maschinen würden sowohl in Tegel als auch in Schönefeld nicht mehr beladen. Es könne zu Verspätungen kommen, der Flugbetrieb sei aber damit nicht eingestellt, sagte der Sprecher.

Auch nach dem aktuellen Sturmtief "Xavier" soll das Wetter in Deutschland am Wochenende nicht angenehmer werden. Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, kommt es am Freitag zu teils kräftigen Schauern und Graupelgewittern, die erst zum Nachmittag von Norden her langsam nachlassen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Oktober 2017 um 15:00 Uhr und 17:00 Uhr.

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