Blizeinschlag in Niedersachsen | Bildquelle: dpa

Prognose für Deutschland Die nächsten Unwetter kommen

Stand: 01.08.2017 21:59 Uhr

Es bleibt ungemütlich: In weiten Teilen Deutschlands drohen in der Nacht immer wieder Unwetter und Gewitter mit Starkregen, schweren Sturmböen und Hagel. Selbst Tornados können die Meteorologen nicht ausschließen.

Nach mehreren Tagen mit Unwettern und Gewittern sehen die Prognosen auch für den Mittwoch düster aus. In weiten Teilen Deutschlands wird es regnerisch und stürmisch. "Einmal mehr türmen sich turbulente Luftmassen vor allem über dem Süden Deutschlands auf", sagte Meteorologe Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Starkregen, schwere Sturmböen bis 100 Kilometer Geschwindigkeit pro Stunde und Hagel seien immer wieder möglich.

Vorsicht geboten

In Mecklenburg-Vorpommern sowie im Süden und Südosten von Niedersachsen kann es sogar zu Tornados kommen, warnt auch Julia Isabel Schmidt vom Seewetteramt Hamburg: "Die Bedingungen für Tornados sind günstig." Ohne Panik verbreiten zu wollen, solle man vorsichtig sein, betont die Meteorologin. In Thüringen und Sachsen-Anhalt müssen die Menschen in der Nacht laut Prognose mit Hagelkörnern von bis zu fünf Zentimeter Durchmesser, Orkanböen und Starkregen rechnen. Auch in Teilen Sachsen-Anhalts warnt der DWD vor Tornados.

Zunächst herrschte am Dienstag aber noch Gluthitze. Sie brachte die Menschen vor allem in Bayern ins Schwitzen. München war die heißeste Stadt Deutschlands, dort wurden 35,8 Grad gemessen.

Kinder sitzen in Feriencamp fest

In der Nähe von Wiesbaden wurden etwa ein Dutzend Kinder im Alter von acht bis zehn Jahren mit ihren Betreuern in einem Feriencamp durch umgestürzte Bäume eingeschlossen. Weil rund um das Gebiet etwa 200 Bäume den Weg versperrten, gab es zunächst kein Durchkommen. Verletzt wurde niemand.

Bereits in der Nacht Unwetter

In der Nacht zum Dienstag hatten Unwetter in Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen bereits zahlreiche Feuerwehr-Einsätze ausgelöst. In vielen Fällen mussten nach Angaben der Einsatzkräfte umgestürzte Bäume und Äste weggeräumt werden. In den Wiesbadener Stadtteilen Breckenheim und Medenbach fiel der Strom aus. In Mittelhessen brannten mehrere Wohnhäuser nach Blitzeinschlägen.

An der Mosel musste die Feuerwehr ein Jugendzeltlager mit 50 Kindern räumen, wie der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach sagte. Man sei im Zentrum einer Gewitterzelle mit Starkregen und Hagel gewesen.

In Göttingen bescherte das Hochwasser der vergangenen Woche den Friedhofsgärtnern zusätzliche Arbeit. Unter der Last der durch die Feuchtigkeit schweren Erde seien rund 60 Sargdeckel eingebrochen, sagte ein Stadtsprecher.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. August 2017 um 16:00 Uhr und Deutschlandfunk um 17:00 Uhr.

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