Blitze zucken über dem Hafen von Rostock während eines Gewitters über den Himmel | Bildquelle: dpa

Hitzewelle in Deutschland Erst Temperaturrekord, dann Unwetter

Stand: 06.07.2015 01:27 Uhr

Die Hitzewelle hat Deutschland nun doch einen neuen Temperaturrekord beschert: Im bayerischen Kitzingen wurden am Sonntag 40,3 Grad gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst bestätigte. Das anschließende Unwetter in Teilen Deutschlands sorgt noch immer für Behinderungen im Bahnverkehr.

Die Hitzewelle hat Deutschland einen neuen Temperaturrekord beschert. Im bayerischen Kitzingen wurden am Sonntag 40,3 Grad gemessen, wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bestätigte. Das ist die höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Die bislang höchste jemals gemessene Temperatur in Deutschland betrug 40,2 Grad.

Am bislang heißesten Wochenende des Jahres kamen bundesweit mindestens zwölf Menschen bei Badeunfällen ums Leben. Strände und Seen erlebten einen gewaltigen Ansturm. Auch an Land hatte die Hitze gefährliche Folgen. So kollabierten viele Erntearbeiter. Waldgebiete und Wiesen brannten.

Zentrale Bahnstrecken gesperrt

Gravierende Folgen hatte auch das auf die Hitze folgende Unwetter am Sonntag in zahlreichen Regionen Deutschlands. So wurden die Bahnstrecken zwischen Berlin und Hannover sowie zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Hannover am Abend gesperrt. Auch der Bahnverkehr Berlin-Hamburg wurde unterbrochen, sagte ein Sprecherin der Deutschen Bahn. Die Züge von Hannover nach Hamburg werden über Rotenburg (Wümme) umgeleitet.

Eine Ende der Sperrungen ist derzeit nicht in Sicht. Die Verspätungen sollen sich nach Angaben der Bahn bis zum Montag hinziehen. Aus Sicherheitsgründen würden die Fernzüge in den Bahnhöfen zurückgehalten. Umstürzende Bäume hätten die Oberleitungen beschädigt und die Schienen blockiert, teilte die Bahn weiter mit. Die Einsatzkräfte seien mit Hochdruck dabei, die Strecken zu räumen und beschädigte Oberleitungen instand zu setzen.

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Heiße Luftströmungen aus der Sahara lassen überall in Deutschland die Temperaturen steigen. Meteorologen erwarten Hitzerekorde. Der Deutsche Wetterdienst hat bereits Hitzewarnungen für das ganze Land ausgesprochen. Abkühlung tut Not, wie hier auf dem Badeschiff in der Spree in Berlin. | Bildquelle: REUTERS

Während des Unwetters wurden am Sonntag zwei Menschen durch Blitze verletzt. Bäume stürzten auf Autos, Starkregen flutete Keller und Straßen.

Doch Hoch "Annelie" bescherte vielen Menschen auch ein perfektes Wochenende. Freibäder, Eisdielen und Biergärten waren ebenso heiß begehrt wie Brunnen und Planschbecken. Rimini-Feeling gab es an den Küsten: Die Ostsee sei "ihrem Ruf als besseres Mittelmeer" an diesem Wochenende gerecht geworden, sagte ein Sprecher des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Die Strände seien pickepackevoll gewesen.

Kurze Abkühlung

Heute soll eine Kaltfront für etwas Abkühlung sorgen, bevor am Dienstag die Temperaturen wieder auf mehr als 30 Grad klettern. Der DWD rechnet mit schweren Unwettern in Westdeutschland. Auch Tornados seien möglich.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Juli 2015 um 12:00 Uhr.

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