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Außenminister Guido Westerwelle

Debatte um Militäreinsatz in Westafrika

Berlin sagt Frankreich Unterstützung in Mali zu

Außenminister Guido Westerwelle hat Frankreich deutsche Unterstützung beim Militäreinsatz in Mali zugesagt. "Wir haben in der Bundesregierung verabredet, dass wir jetzt in Gespräche mit Frankreich eintreten, inwieweit wir auch das Engagement Frankreichs jenseits der Entsendung von Kampftruppen unterstützen können", sagte Westerwelle beim Neujahrsempfang der schleswig-holsteinischen FDP in Kiel. Darin sei er sich mit Kanzlerin Angela Merkel und Verteidigungsminister Thomas de Maizière einig.

Als Beispiele nannte der Außenminister neben logistischer Hilfe auch Unterstützung im humanitären oder medizinischen Bereich. Im Gespräch ist nun vor allem eine Unterstützung mit Transall-Transportmaschinen der Bundeswehr. Nach Angaben der Bundesregierung gibt es aus Frankreich, das den Einsatz in dem westafrikanischen Krisenland bislang führt, aber noch keine offizielle Anfrage.

Bundesregierung ist zu logistischer Hilfe im Mali-Konflikt bereit
tagesschau 20:00 Uhr, 14.01.2013, Christian Thiels, ARD Berlin

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"Gemeinsames Interesse der Europäer"

"Der Einsatz Frankreichs in Mali ist notwendig, er ist richtig und er ist auch vom Völkerrecht gedeckt", sagte Westerwelle weiter. Er verwies darauf, dass die malische Regierung Frankreich um Hilfe gebeten habe. "Wir Europäer haben ein gemeinsames Interesse daran, dass Mali nicht zu einem Rückzugsort und zu einer Hochburg des Terrorismus gewissermaßen unmittelbar vor unserer europäischen Haustür wird."

Westerwelle ging damit weiter als in bisherigen Stellungnahmen. Bislang hatte sich Deutschland nur zu Ausbildungshilfe für die malische Armee im Rahmen einer EU-Mission bereiterklärt, die allerdings erst später anlaufen soll. Seit Freitag kämpfen französische Truppen an der Seite von regulären malischen Einheiten gegen Islamisten, die bereits zwei Drittel des Landes unter Kontrolle halten. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS bereitet ebenfalls einen Kampfeinsatz vor.

Beziehungen zwischen Deutschland und Mali

Wegen der kriegsähnlichen Zustände in weiten Teilen Malis warnt das Auswärtige Amt Bundesbürger vor Reisen in das westafrikanische Land. Deutsche, die sich in dem Krisenland aufhalten, sollten Mali möglichst verlassen, mahnt die Behörde. Eigentlich gehört Mali zu den wichtigsten Partnern Deutschlands in der Entwicklungszusammenarbeit. Nach dem Militärputsch im März 2012 wurde die Kooperation jedoch vorläufig ausgesetzt. Dennoch reisten Entwicklungsminister Dirk Niebel und Außenminister Guido Westerwelle 2012 in das Land.

Bis zum Militärputsch standen die Bekämpfung der Armut und die Ernährungssicherung ganz oben auf der politischen Agenda. Für Angaben über den Handel zwischen Deutschland und dem ressourcenarmen Mali greift das Auswärtige Amt auf Zahlen aus dem Jahr 2008 zurück. Damals importierte Deutschland Waren im Wert von 1,78 Millionen Euro und exportierte Waren für rund 74 Millionen Euro. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Textilien und Bekleidung, Autos und Kfz-Teile. Zwischend Deutschland und Mali besteht nach Auskunft des Außenamts ein reger Kulturaustausch.

Schockenhoff schließt Kampfeinsatz nicht aus

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion, Andreas Schockenhoff, schließt hingegen den Einsatz von deutschen Kampftruppen in Mali nicht aus. "Wir sollten nicht von vornherein einschränken, was wir nicht machen", sagte der CDU-Politiker. In Mali müsse jetzt frühzeitig verhindert werden, dass eine "dauerhafte Gefahrenquelle für Europa" entsteht. Deshalb sollten Bitten aus Frankreich um deutsche Unterstützung "wohlwollend" geprüft werden. Der außenpolitische Experte der CDU/CSU-Fraktion betonte, dass es in Mali um "elementare europäische Sicherheitsinteressen" gehe. "Logistische Hilfe kann man in jedem Fall leisten", sagte Schockenhoff.

Stand: 14.01.2013 16:28 Uhr

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