Pressekonferenz von Innenminister de Maizière | Bildquelle: dpa

Schlag gegen rechtsextremistischen Verein De Maizière verbietet "Weisse Wölfe Terrorcrew"

Stand: 16.03.2016 12:53 Uhr

Bundesinnenminister de Maizière hat den rechtsextremistischen Verein "Weisse Wölfe Terrorcrew" verboten. Am Vormittag gab es Razzien in mehreren Bundesländern. Dabei seien Waffen und Propagandamaterial gefunden worden, so de Maizière.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat den rechtsextremistischen Verein "Weisse Wölfe Terrorcrew" verboten. Wie sein Ministerium mitteilte, waren am Morgen in insgesamt zehn Bundesländern Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsaktionen angelaufen - darunter in Hamburg, Berlin, Brandenburg und Bayern. Dabei seien Waffen, Datenträger, Bekleidung sowie Propagandamaterial beschlagnahmt worden, erklärte de Maizière auf einer Pressekonferenz am Vormittag. Sichergestellt wurden unter anderem Wurfsterne, eine Armbrust und Kleinkaliberwaffen. Auch Spezialeinsatzkommandos der Polizei waren im Einsatz. Insgesamt waren 15 Objekte und 16 Personen Ziel der Aktionen.

"Gewalt gegen politische Gegner, Zuwanderer und Flüchtlinge"

Die "Weisse Wölfe Terrorcrew" habe sich offen zu den Werten des Nationalsozialismus bekannt und Gewalt auf die Straße getragen. Diese richte sich gegen politische Gegner, Zuwanderer und Flüchtlinge sowie gegen die Polizei. Der harte Kern des Vereins umfasse etwa 25 Personen, der Rädelsführer stamme aus Hamburg. "Wir können noch nicht von einem Rechtsterrorismus sprechen", sagte de Maizière, "aber wir werden jeden Ansatz dazu unterbinden." Der Staat dulde keine fremdenfeindliche Hetze und Parolen gegen Mitbürger, gegen Andersdenkende, gegen Polizeibeamte, und schon gar keine Gewalt. Der Innenminister verwies zudem auf ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Bamberg wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung gegen Mitglieder der Gruppierung.

Fangruppe der Skinheadband "Weisse Wölfe"

Ursprünglich verstand sich die "Terrorcrew" als Fangruppe der nordrhein-westfälischen Skinheadband "Weisse Wölfe", hieß es im Hamburger Verfassungsschutzbericht 2008. Bereits 2009 hatte die Polizei in mehreren Bundesländern Wohnungen von Mitgliedern der "Weisse Wölfe Terrorcrew" durchsucht. Den mehr als 20 Verdächtigen wurden unter anderem Verstöße gegen das Uniformverbot vorgeworfen. Bei den Durchsuchungen in Hamburg, Niedersachsen, Brandenburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen wurden seinerzeit unter anderem CDs, Computer und T-Shirts sichergestellt.

Eine von der "Weisse Wölfe Terrorcrew" mitorganisierte Demonstration in Hamburg im Juni 2012. | Bildquelle: Patrick Gensing
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Diese Neonazi-Demo in Hamburg im Juni 2012 wurde von den WWT mitorganisiert.

Bundesweit aktive Gruppierung

Ab 2014 verbreitete sich die "neonazistische" Gruppierung aber verstärkt bundesweit und gründete Ableger. Ihre Mitglieder sollen unter anderem im Februar des Jahres an einem Angriff im Hamburger Hauptbahnhof auf Angehörige der linken Szene beteiligt gewesen sein.

Erst im Januar hatte das Bundesinnenministerium die rechtsextremistische Plattform "Altermedia" verboten. In München beginnt in Kürze der Prozess gegen die Gruppierung "Oldschool Society", deren Mitgliedern vorgeworfen wird, eine rechtsterroristische Vereinigung gebildet zu haben, unter anderem mit dem Ziel, Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte zu verüben.

De Maizière verbietet Weisse Wölfe Terrorcrew
M. Götschenberg, ARD Berlin
16.03.2016 14:10 Uhr

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Mit Informationen des ARD-Terrorexperten Michael Götschenberg.

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