Kardinal Woelki | Bildquelle: AFP

Woelki verteidigt Weihnachtspredigten "... hat nichts mit Parteipolitik zu tun"

Stand: 28.12.2017 11:13 Uhr

Zu politisch, zu nah an einzelnen Parteien. So lautet der Vorwurf, dem sich die Kirchen derzeit ausgesetzt sehen. In den Weihnachtspredigten ging es um hohe Mieten, Trump oder den Familiennachzug. Für Erzbischof Woelki völlig normal. Die Vorwürfe seien "Unsinn".

US-Präsident Donald Trump, Wohnungsnot und Familiennachzug. In diesem Jahr äußerten sich die Kirchen in ihren Weihnachtspredigten zunehmend politisch. Zu politisch, meinen Kritiker wie die CDU-Vizechefin Julia Klöckner. Nun äußerte sich der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki zu den Vorwürfen und verteidigte die Predigt als Ort für politische Stellungnahmen. "Wir können nicht von Gott sprechen, ohne vom Menschen zu sprechen. Das hat nichts mit Parteipolitik zu tun", sagte er im ARD-Morgenmagazin.

Solange die Politik die Beziehungen zwischen den Menschen als soziale Wesen regele, sei das Evangelium auch politisch, sagte Woelki. Die Kirchen müssten gesellschaftspolitische Haltungen haben und sich etwa für die Erhaltung der Schöpfung und die Würde des Menschen einsetzen. Daraus ergäben sich Folgen etwa für die Diskussion um den Familiennachzug von Flüchtlingen, erklärte der Erzbischof: "Und dann hat das natürlich eine politische Wirkung."

Kardinal Rainer Maria Woelki zu Kirche und Politik
Morgenmagazin, 28.12.2017

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Klöckner kritisiert Predigt über Trump

Klöckner hatte sich kritisch über Anspielungen auf US-Präsident Donald Trump in der Weihnachtspredigt des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, geäußert. Dieser hatte in seiner Weihnachtspredigt in der Münchner Matthäuskirche Bezug auf Trumps Slogan "America first" genommen und gesagt: "Wer die Welt nur noch als Kampfplatz der Interessen sieht und mit dieser Brille, gegen andere gewendet, sagt: 'Amerika zuerst' oder 'Deutschland zuerst' oder was immer sonst 'zuerst', der öffnet nicht die Beziehungen hin zu den anderen, sondern der verschließt sie."

Ein EKD-Sprecher verwies darauf, dass Bedford-Strohm seine Bemerkungen zu Trump in einen Zusammenhang mit der Weihnachtsbotschaft gestellt hatte, die im Widerspruch zu nationalistischen Tendenzen weltweit stehe.

Porträt von Julia Klöckner.
galerie

Julia Klöckner hält die Kirchenäußerungen für zu politisch.

Parteipolitik in der Kirche? "Das ist Unsinn"

Klöckner und auch der Chefredakteur der "WeltN24"-Gruppe, Ulf Poschardt, beklagten sich über tagespolitische Stellungnahmen der Kirchen. "Es kommt vor, dass aus manchen Kirchenkreisen mehr zum Thema Windenergie und Grüne Gentechnik zu hören ist, als über verfolgte Christen, über die Glaubensbotschaft oder gegen aktive Sterbehilfe", sagte Klöckner der "Bild"-Zeitung. Zwar fordere die christliche Botschaft "gesellschaftspolitische Haltung", es sei aber wichtig, "dass Kirchen nicht parteipolitische Programme übernehmen".

Poschardt hatte bei Twitter geschrieben: "Wer soll eigentlich noch freiwillig in eine Christmette gehen, wenn er am Ende der Predigt denkt, er hat einen Abend bei den #Jusos bzw. der Grünen Jugend verbracht?"

Diesem Vorwurf widersprach Woelki im ARD-Morgenmagazin vehement. Den Vorwurf, die Kirchen betrieben Parteipolitik, halte er für "Unsinn". "Man kann nicht aus unseren Äußerungen ableiten, dass wir einer Partei näher stehen als einer anderen", führte er aus. Auch habe er nicht den Eindruck, dass sich in diesem Jahr politische Äußerungen in den Weihnachtspredigten besonders gehäuft hätten, sagte Woelki. "Die Kirchen haben schon immer versucht, das Evangelium ins Heute zu übersetzen." Er selbst habe etwa im vergangenen Jahr über das Thema Fake News gesprochen. In diesem Jahr hatte Woelki in seiner Predigt Immobilienspekulation verurteilt.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 28. Dezember 2017 um 08:38 Uhr.

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