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Weihnachtsansprache: Köhler mahnt Finanzbranche
Weihnachtsansprache

Köhler mahnt Finanzbranche

Bundespräsident Horst Köhler hat in seiner Weihnachtsansprache für mehr Achtsamkeit im Umgang miteinander plädiert. Jeder könne etwas für das Land tun, sagte er in seiner Fernsehansprache.

Von der Finanzbranche forderte er mehr Verantwortung für das Allgemeinwohl. Es müsse außerdem strengere gesetzliche Regeln für den Bankensektor geben. Maßlosigkeit der Finanzakteure und Mängel bei der staatlichen Aufsicht hätten die Welt in eine tiefe Krise gestürzt, sagte Köhler. "Wir brauchen Ehrbarkeit und bessere Regeln in der Finanzwirtschaft." Notwendig sei die Einsicht, dass Geld den Menschen dienen müsse und sie nicht beherrschen dürfe. Von den Verantwortlichen forderte er eine innere Einkehr: "Wir leben in einer Welt, die wir selbst gestalten dürfen. Das ist ein Geschenk. Aber es verpflichtet uns auch, die Defizite unserer Welt zu erkennen und dagegen anzugehen."

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Achtsamkeit und Respekt für die Mitbürger

In der traditionellen Weihnachtsansprache erinnerte Köhler auch an den Amoklauf von Winnenden und den an einer Münchner S-Bahn-Haltestelle zu Tode geprügelten Dominik Brunner. Solche Taten seien eine Aufforderung, "nachzudenken über uns selbst und wie wir zusammenleben". In diesem Zusammenhang stellt Köhler die Frage, ob sich die Menschen mit ausreichend Achtsamkeit begegneten.

"Da denke ich auch an unsere Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan", fügte Köhler hinzu. "Machen wir uns klar, was ihr Dienst bedeutet?" Seine guten Wünsche seien "bei ihnen und auch bei den Landsleuten, die sich fern der Heimat im Dienst der Polizei oder der Hilfsorganisationen für Sicherheit und friedlichen Aufbau einsetzen".

Auch müssten die Menschen achtsamer mit den natürlichen Lebensgrundlagen umgehen, mahnte Köhler. "Das bedeutet, bewusster zu leben. Für eine bessere Lebensqualität in besserem Einklang mit der Schöpfung." Es gehe darum, mit Ideen, Vernunft und Einsatz den Weg für eine gute Zukunft zu finden. "Es geht um eine Politik, die über den Tag hinaus denkt und handelt."

Stand: 25.12.2009 20:16 Uhr
 

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