Alice Weidel | Bildquelle: AFP

Angebliche E-Mail in der "WamS" Radikale Töne von Weidel?

Stand: 10.09.2017 11:44 Uhr

Eigentlich gilt sie als der wirtschaftsliberale Pol in der AfD-Doppelspitze. Jetzt hat die "Welt am Sonntag" eine angeblich von Spitzenkandidatin Weidel stammende rassistische E-Mail veröffentlicht, die sie in die Nähe der Reichsbürger-Ideologie rückt. Weidel bestreitet die Urheberschaft.

Die brisante E-Mail soll vom 24. Februar 2013 stammen - und gleich an mehrere Empfänger gegangen sein. Darin bezweifelt die heutige AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel die Souveränität Deutschlands:

Diese Schweine sind nichts anderes als Marionetten der Siegermaechte des 2. WK und haben die Aufgabe, das dt Volk klein zu halten indem molekulare Buergerkriege in den Ballungszentren durch Ueberfremdung induziert werden sollen

So soll Weidel in dem Text, der der "Welt am Sonntag" vorliegt, über die Bundesregierung unter Kanzlerin Angela Merkel herziehen. Weiter heißt es darin:

Der Grund, warum wir von kulturfremden Voelkern wie Arabern, Sinti und Roma etc ueberschwemmt werden, ist die systematische Zerstoerung der buergerlichen Gesellschaft als moegliches Gegengewicht von Verfassungsfeinden, von denen wir regiert werden.

Weidel widerspricht

Weidel hatte sich mehrfach gegen Vorwürfe verwahrt, die AfD sei islam- oder ausländerfeindlich. AfD-Sprecher Christian Lüth sagte, Weidel habe ihm versichert, diese Mail stamme nicht von ihr. Es sei "eine Fälschung". Weidels Anwälte sagten der "Welt am Sonntag", dass es falsch und rechtswidrig sei, "öffentlich zu behaupten, unsere Mandantin habe diesen Text geschrieben, oder auch nur diesen Verdacht zu äußern". AfD-Co-Spitzenkandidat Alexander Gauland sprach von einer "erbärmlichen Kampagne".

Zeitung bleibt bei Darstellung

Laut der Zeitung liegt ihr jedoch eine eidesstattliche Versicherung des Mail-Empfängers, eines früheren Bekannten Weidels, vor. Der Empfänger der Mail führte gegenüber der Zeitung an, dass sich die Betreffzeile der Mail auf ein Gespräch mit ihm beziehe, und sie diese wie üblich mit ihrem Spitznamen "Lille" gezeichnet habe. Auch nach dpa-Informationen war "Lille" früher ein Spitzname Weidels.

Zu der Zeit, aus der die Mail angeblich stammt, soll Weidel nach Angaben der Zeitung noch nicht Parteimitglied gewesen sein. Sie habe damals aber begonnen, sich im AfD-Vorläufer "Wahlalternative 2013" zu engagieren, schreibt die "WamS".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. September 2017 um 12:10 Uhr.

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