tagesthemen-Kommentar Verstörende Vorgänge

Stand: 24.01.2018 22:07 Uhr

Die Vorwürfe gegen den Regisseur Wedel wiegen schwer. Verstörend ist aber auch, dass die Frauen, die ihn des sexuellen Missbrauchs beschuldigten, nicht gehört wurden.

Ein Kommentar Britta von der Heide, NDR

Erneut lässt die "Zeit" Schauspielerinnen zu Wort kommen. Es sind schwere Vorwürfe, die Schilderungen brutal und detailliert. Und stimmen sie auch? Es ist und bleibt ein Verdacht, mittlerweile ein vielstimmig wiederholter. Und der Verdächtige hat natürlich als unschuldig zu gelten. Bis zum Beweis des Gegenteils.

Aber: Verstörend an den Vorgängen ist noch etwas anderes. Es stellt sich nämlich die Frage, wie wir alle, wie die Gesellschaft damit umgeht, wenn eine Frau den Vorwurf erhebt, sie sei sexuell missbraucht worden. Das haben die Frauen nämlich damals gemacht. Sie haben nicht geschwiegen. Ihre Vorwürfe wurden sogar schriftlich festgehalten und landeten Schwarz auf Weiß in einem Revisionsbericht des Saarländischen Rundfunks (SR).

Kommentar: Britta von der Heide, NDR, über den Umgang mit den Vorwürfen
tagesthemen 22:15 Uhr, 24.01.2018

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Die Produktion lief einfach weiter

Haben die damals Verantwortlichen Dieter Wedel konfrontiert? Haben sie ihn gefragt: Ist da was dran? Oder vielleicht die Staatsanwaltschaft eingeschaltet? Nichts davon findet sich in den Unterlagen. Bislang.

Die Produktion lief einfach weiter, die Hauptrolle wurde umbesetzt. Warum nicht einfach auch der Regisseur? Auch die nächste Schauspielerin fühlt sich belästigt. Und auch davon wusste der SR.

Hier wurde ein schwerwiegender Verdacht - so wirkt es - nicht mit aller Härte aufgeklärt. Das zeigt die Ignoranz männlicher Hierarchien. So etwas gibt es auch in der ARD. Die "Zeit" hat in den Archiven des Senders recherchiert. Der SR will die Geschichte jetzt untersuchen. Das zumindest ist gut.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 24. Januar 2018 um 22:15 Uhr.

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