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Interview mit Sahra Wagenknecht Koalition ja, Gabriel nein

Stand: 13.10.2015 21:43 Uhr

Sahra Wagenknecht ist die neue Vorsitzende der Linksfraktion. Bislang fuhr sie einen strammen Oppositionskurs. Doch im Gespräch mit den tagesthemen zeigte sie sich nun grundsätzlich offen für eine Koalition mit der SPD. Doch ihre Bedingungen dürften SPD-Chef Gabriel missfallen.

Die frisch gewählte Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, Sahra Wagenknecht, schließt eine künftige Koalition mit der SPD nicht grundsätzlich aus. Wenn die SPD sich auf ihre Wurzeln besinne - etwa das Einsetzen für höhere Löhne und bessere Renten - "dann werden wir Gemeinsamkeiten finden", sagte Wagenknecht im Interview mit den tagesthemen.

Derzeit sehe sie eine solche Linie jedoch nicht. "Das große Problem ist, dass Herr Gabriel seit einiger Zeit das SPD-Wahlprogramm entsorgt", sagte Wagenknecht. Mit seiner ablehnenden Haltung zur Vermögenssteuer und der Befürwortung des Freihandelsabkommens TTIP gäbe Gabriel die sozialdemokratischen Werte seiner Partei auf. Eine rot-rote Koalition schloss Wagenknecht daher unter den aktuellen Umständen aus: "Wenn die SPD bei der Linie bleibt, die sie zurzeit hat, dann ist sie natürlich an der Seite der CDU ganz gut aufgehoben. Dann kann sie sich aber auch irgendwann sparen, einen Kanzlerkandidaten aufzustellen."

"Es ist ein ehrliches Ergebnis"

Wagenknecht und ihr Parteikollege Dietmar Bartsch bilden die neue Doppelspitze der Linken-Fraktion im Bundestag. Die beiden bisherigen Vizevorsitzenden wurden zu den Nachfolgern von Gregor Gysi gewählt, der nach zehn Jahren als Fraktionschef nicht erneut kandidiert hatte. Bartsch erzielte 91,6 Prozent, Wagenknecht 78,3 Prozent der Stimmen.

"Es ist ein ehrliches Ergebnis und ich finde knapp 80 Prozent auch ein gutes Ergebnis", kommentierte Wagenknecht ihr im Vergleich schlechteres Abschneiden zu Bartsch. Ihre Partei werde auch in Zukunft über kontroverse Themen - wie etwa die Eurokrise - diskutieren und darüber beraten, wie eine Lösung aussehen könne. "Da gibt es auch Nuancen und Differenzen, aber das finde ich besser, als diese Schmalspurpolitik, wo gesagt wird: 'Scheitert der Euro, scheitert Europa'", sagte die Fraktionsvorsitzende.

Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende Linkspartei, im Interview
tagesthemen 22:15 Uhr, 13.10.2015

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