Ein Wähler steckt seinen Stimmzettel in eine Wahlurne. | Bildquelle: dpa

DIW-Studie FDP-Wähler sind alt und reich

Stand: 19.07.2017 11:59 Uhr

Die FDP pflegt gerne ein junges, hippes Image. In Wirklichkeit haben die Liberalen jedoch die ältesten Wähler - und die reichsten. Laut einer DIW-Studie sind die Nichtwähler am ärmsten. Und die SPD kann der Untersuchung zufolge nicht mehr behaupten, sie sei eine Arbeiterpartei.

Die Wählerschaft der deutschen Parteien wird immer älter. Und Union und FDP haben noch immer die reichsten Anhänger. Das geht aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor.

Zwei Hände mit Geldscheinen | Bildquelle: dpa
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Die Nichtwähler haben am wenigsten Geld zur Verfügung.

Die Wähler der Liberalen verfügten demnach 2016 über ein durchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 3900 Euro. Bei der Union waren es 3388 Euro, bei den Grünen 3379 und bei der SPD 3010 Euro. Die Wähler der AfD hatten durchschnittlich 2913 Euro zur Verfügung, während es bei denen der Linken nur 2542 Euro waren. Das Schlusslicht bildete die Gruppe der Nichtwähler mit 2462 Euro.

Immer weniger Arbeiter wählen SPD

Starke Veränderungen gibt es der Studie zufolge in der Wählerstruktur der einzelnen Parteien, und zwar insbesondere bei der SPD: Waren im Jahr 2000 noch 44 Prozent ihrer Wähler Arbeiter, waren es im vergangenen Jahr nur noch 17 Prozent. Hingegen steigerte sich der Anteil der Angestellten in diesem Zeitraum von 48 auf 68 Prozent.

Eine ähnliche Entwicklung zeigt die Studie auch für die CDU/CSU auf - während der Anteil der Arbeiter bei den Grünen und der FDP stets geringer war. Die Entwicklung hin zu einem geringeren Anteil an Arbeitern und mehr Angestellten ist generell aber auch Veränderungen in der Arbeitswelt geschuldet.

FDP-Wähler sind über 54 Jahre alt

"Bei der SPD kann man nicht mehr sagen, dass sie eine Arbeiterpartei ist", sagte DIW-Forschungsdirektor Alexander Kritikos. Die Wählerstrukturen von Union und SPD näherten sich immer mehr aneinander an und unterschieden sich "letztlich nur noch in wenigen Merkmalen". Die SPD habe eine größere Anhängerschaft in den Großstädten, die CDU hat mehr Wähler in den ländlichen Gebieten.

Logo FDP | Bildquelle: dpa
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Die FDP umwirbt mit neuem Logo junge Wähler, hat aber die ältesten Anhänger.

Auch beim Durchschnittsalter gab es eine Annäherung zwischen Union und SPD: Es lag 2000 bei der CDU/CSU bei 51,7 Jahren und bei den Sozialdemokraten bei 48 Jahren. 2016 betrug es in beiden Parteien 52,8 Jahren. Eine starke Alterung gab es bei den Grünen-Wählern - und zwar von 40 auf 48,1 Jahre. Damit sind die Grünen-Anhänger noch immer die "jüngsten". Die Linken-Wähler waren 2000 durchschnittlich 48 Jahre alt, 2016 waren es 50,1 Jahre. Die älteste Wählerschaft hat inzwischen die FDP: Das Durchschnittsalter stieg hier von 48,6 Jahren im Jahr 2000 auf 54,3 Jahre in 2016.

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FDP - die Geschichte der Partei (1948 bis 2013)

Zum ersten Mal ist die FDP nicht im Bundestag vertreten.

FDP

Vor fast 65 Jahren, am 11. und 12. Dezember 1948, wurde die FDP in Heppenheim an der Bergstraße gegründet. Die 13 liberalen Landesverbände der drei westlichen Besatzungszonen schlossen sich zusammen. Theodor Heuss (links, auf einer Wahlveranstaltung 1948 in Berlin) war der erste Bundesvorsitzende der Partei. Bei der ersten Bundestagswahl am 14. August 1949 (rechts ein Foto vom Wahlabend) errang die FDP einen Stimmenanteil von 11,9 Prozent. Seitdem war die FDP bis 2013 in jedem Bundestag vertreten.

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