Wahlplakate zur Landtagswahl Schleswig-Holstein | Bildquelle: dpa

Schleswig-HolsteinTrend Mehrheit der Küstenkoalition wackelt

Stand: 27.04.2017 18:00 Uhr

Verliert die SPD die Wahl im Norden? Gut eine Woche vor Wahl liegt die CDU im Schleswig-HolsteinTrend knapp vorn. Die Küstenkoalition - also SPD, Grüne und SSW - könnte demnach knapp nicht weiterregieren.

Von Ellen Ehni, WDR

Am 7. Mai wird nicht nur der französische Präsident gewählt, sondern auch der Landtag in Schleswig-Holstein. Ministerpräsident Torsten Albig von der SPD würde seine Küstenkoalition gerne fortsetzen, also das Bündnis von SPD, Grünen und SSW. Der Südschleswigsche Wählerverband, der die im Norden des Bundeslandes lebende dänische Minderheit vertritt, ist von der Fünf-Prozent-Klausel befreit: Bei der vergangenen Wahl 2012 erreichte der SSW 4,6 Prozent der Stimmen und drei Sitze im Landtag – genau diese brachten Albig damals die Mehrheit.

CDU schiebt sich vor SPD

Doch nach der aktuellen ARD-Vorwahlumfrage Schleswig Holstein verpasst die bisherige Regierungskoalition knapp die Mehrheit: In der Sonntagsfrage kommt die CDU auf 32 Prozent - 2012 hatte sie ein Wahlergebnis von 30,8 Prozent eingefahren. Die SPD erreicht 31 Prozent (2012: 30,4 Prozent). Die Grünen kommen auf 12 Prozent (2012: 13,2 Prozent), die FDP auf 8,5 Prozent (2012: 8,2 Prozent). Der SSW erreicht drei Prozent (2012: 4,6 Prozent). Die Linkspartei kommt auf 4,5 Prozent (2012: 2,3 Prozent) und würde nach dieser Umfrage an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Die AfD kommt auf sechs Prozent. Die sonstigen Parteien kommen auf drei Prozent, darunter fallen auch die Piraten. Bei dieser Umfrage handelt es sich ausdrücklich um keine Prognose, sondern um die politische Stimmung in der laufenden Woche.

Schleswig-HolsteinTrend: CDU überholt SPD bei Sonntagsfrage
tagesthemen 22:15 Uhr, 27.04.2017, Ellen Ehni, WDR

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Mit diesen Zahlen wäre eine Fortführung der bisherigen Koalition aus SPD, Grünen und SSW rechnerisch knapp nicht möglich. Dabei fänden 45 Prozent der Bürger in Schleswig-Holstein ein solches Bündnis gut beziehungsweise sehr gut für das Land; 48 Prozent fänden ein solches Bündnis weniger gut beziehungsweise schlecht.

Und wie sieht es mit anderen politisch denkbaren Koalitionen aus? 39 Prozent der Befragten fänden eine Große Koalition unter Führung der CDU gut beziehungsweise sehr gut für das Bundesland; 56 Prozent fänden eine solche Koalition weniger gut beziehunsgweise schlecht. Eine Große Koalition unter Führung der SPD fänden 34 Prozent gut beziehungsweise sehr gut; 61 Prozent fänden ein solches Bündnis weniger gut bzw. schlecht. Eine Jamaika-Koalition - also ein Bündnis aus CDU, Grünen und FDP - fänden 29 Prozent der Befragten gut beziehungsweise sehr gut; 65 Prozent fänden dies weniger gut oder schlecht. Eine Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP fänden 26 Prozent der Bürger gut beziehungsweise sehr gut für das Land; 67 Prozent fänden sie weniger gut beziehungsweise schlecht.

Koalitionsbewertungen
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Koalitionsbewertungen

Jeder Zweite würde für Ministerpräsident Albig stimmen

Wenn die Bürger in Schleswig-Holstein ihren Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden sich 48 Prozent für Amtsinhaber Torsten Albig (SPD) entscheiden. 27 Prozent würden sich für den CDU-Herausforderer Daniel Günther entscheiden. Neun Prozent würden sich für keinen der beiden entscheiden.

Direktwahl des Ministerpräsidenten
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Direktwahl des Ministerpräsidenten

Die Zufriedenheit mit der bisherigen Landesregierung in Schleswig-Holstein ist auf verhältnismäßig gutem Niveau: 61 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden; 35 Prozent sind weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden. Zum Vergleich: Mit der Arbeit der Bundesregierung waren im DeutschlandTrend Anfang April 53 Prozent zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden.

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte Bevölkerung in Schleswig-Holstein ab 16 Jahren
Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/ Randomstichprobe
Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI)***
Erhebungszeitraum: 25. und 26. April 2017
Fallzahl: 1003 Befragte
Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte
Durchführendes Institut: Infratest dimap

* bei einem Anteilswert von 5 Prozent ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 27. April 2017 um 22:15 Uhr.

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