Interview mit von der Leyen "Wir ziehen nicht in den Krieg"

Stand: 26.11.2015 22:33 Uhr

Ja, es gehe darum, den IS "auf ganzer Breite zu bekämpfen", sagt die Verteidigungsministerin. Und ja, "um diese Mörderbande zu stoppen, braucht es militärische Mittel". Dass Deutschland in den Krieg ziehe, verneint sie im tagesthemen-Interview trotzdem.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat die zugesagte deutsche Beteiligung beim Kampf gegen den "Islamischen Staat" (IS) in Syrien als notwendige Lehre aus den Taten der Terrormiliz gerechtfertigt. Es sei "die bittere Erfahrung" der vergangenen Monate, dass der IS von einer Uneinigkeit des Westens profitiere, sagte die CDU-Politikerin in den tagesthemen.

Verteidigungsministerin von der Leyen über den geplanten Bundeswehreinsatz
tagesthemen 22:15, 26.11.2015

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Sie bezeichnete es als "Sieg der Diplomatie", dass sich der Westen nun auch mit Russland abstimme. Mit dem IS selbst lasse sich allerdings nicht verhandeln: "Um diese Mörderbande zu stoppen, dieses brutale Töten und das Schinden der Menschen in dieser Region zu beenden, braucht es militärische Mittel." Deutschland ziehe allerdings nicht in den Krieg, weil nicht zwei Staaten gegeneinander kämpften - aber es gehe um einen "sehr harten Kampf".

Von der Leyen sagte zur Frage, ob Deutschland jetzt erst recht Ziel terroristischer Anschläge werden könnte, der IS habe ja schon klar gemacht hat, dass auch Deutschland in seinem Fadenkreuz stehe. Deshalb dürfe man sich in Deutschland keine Illusionen machen: "Wir müssen den IS auf der ganzen Breite bekämpfen und an seiner Wurzel."

Die Bundesregierung hatte gestern bekannt gegeben, dass sie für den Kampf gegen den IS in Syrien unter anderem Aufklärungsflugzeuge und eine Fregatte zur Verfügung stellen wird.

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