Volker Beck (Archivbild) | Bildquelle: picture alliance / dpa

Reaktionen auf Beck-Rückzug Zwischen harscher Kritik und Solidarität

Stand: 03.03.2016 15:51 Uhr

Die Drogenvorwürfe gegen den Grünen-Politiker Beck sorgen für heftige Reaktionen. Scharfe Kritik kommt von Parteikollege Kretschmann, der als Ministerpräsident wiedergewählt werden möchte. Unterstützung erhält Beck dagegen von der Grünen Jugend, die auch die Drogenpolitik der Großen Koalition kritisiert.

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat seinen grünen Parteifreund Volker Beck wegen des mutmaßlichen Drogenfunds bei ihm kritisiert. "Es ist ja schon ein schweres Fehlverhalten", sagte Kretschmann im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF.

Kretschmann sagte, er wisse nicht, ob sich die Vorwürfe auf die drei Landtagswahlen am 13. März auswirken. "Ich kann nur hoffen, dass jetzt solch ein einzelnes Fehlverhalten nicht auf alle übertragen wird. Davon gehe ich mal aus."

Grünen-Chef Cem Özdemir begrüßte Becks Rückzug von seinen politischen Ämtern. Beck habe "schnell die Konsequenzen gezogen, das ist bei der Schwere der Vorwürfe auch angemessen", sagte Özdemir N24. Er hoffe nun darauf, dass sich die Angelegenheit schnell aufkläre. Für die Grünen sei der Rückzug Becks allerdings auch ein Verlust, so Özdemir.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte dem Sender n-tv, Crystal Meth sei sicher "keine ganz einfache Droge". Es sei immer bedauerlich, wenn jemand solche Drogen zu sich nehme. Beck werde sich darum bemühen müssen, Unterstützung zu erhalten.

Grüne Jugend solidarisiert sich

Während Kretschmann Beck auch mit Blick auf die anstehende Landtagswahl in seinem Bundesland Baden-Württemberg kritisierte, solidarisierte sich die Grüne Jugend in Nordrhein-Westfalen demonstrativ mit Beck. "Wir hoffen, dass er sein Bundestagsmandat behält”, heißt es in einem Schreiben von Julia Wenzel und Max Lucks, Sprecher der Grünen Jugend.

"Wir kämpfen als GRÜNE JUGEND NRW für eine Drogenpolitik, die Hilfe für Konsumierende in den Mittelpunkt stellt. Eine Stigmatisierung und Kriminalisierung von Konsumierenden lehnen wir ab, denn sie verhindert, dass tatsächlich Suchtkranke ärztliche Hilfe suchen", heißt es da. Drogenkonsum sei Privatsache und kein Rücktrittsgrund. "Volker Beck ist Opfer der gesellschaftlichen Stigmatisierung von Drogen und Opfer einer verfehlten Drogenpolitik der Großen Koalition."

Grünen-Vorsitzende Simone Peter lobte die politischen Leistungen von Beck in einem Tweet.

Simone Peter @peter_simone
Jenseits von Fehlern. Lebensleistung von @Volker_Beck für eine offene, vielfältige Gesellschaft und die Erinnerungskultur steht außer Frage.

Häme im Netz

Kanzleramtsminister Peter Altmaier (CDU) würdigte, dass Beck seine Fraktionsämter zur Verfügung gestellt hat. Auf Twitter schrieb er: "In der Drogenpolitik bin ich anderer Meinung als die meisten Grünen. Aber Respekt für Volker Beck für die schnelle und klare Reaktion." Allerdings gab es aus der CDU auch weniger zurückhaltende Reaktionen. "Und Tschüss", twitterte der sächsische CDU-Bundestagsabgeorndete Michael Kretschmer.

Michael Kretschmer @kretsc

Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte den Fund von 0,6 Gramm einer "betäubungsmittelverdächtigen Substanz" bei dem Bundestagsabgeordneten bestätigte; laut der "Bild"-Zeitung handelt es sich um die synthetische Droge Crystal Meth. Beck sitzt seit 1994 für die Grünen im Bundestag. Bis 2002 war er rechtspolitischer Sprecher seiner Fraktion, danach - bis 2013 - Parlamentarischer Fraktionsgeschäftsführer.

Volker Beck legt nach Drogenfund seine Ämter nieder
tagesthemen 22:15 Uhr, 02.03.2016, Peter Dalheimer, ARD Berlin

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