Schild "Geflügelpest" | Bildquelle: dpa

Vogelgrippe weitet sich aus Erste Geflügelhöfe betroffen

Stand: 11.11.2016 16:34 Uhr

Die Vogelgrippe ist in Deutschland und Europa auf dem Vormarsch. Nach einem ersten bestätigten Fall bei Geflügel auf einem schleswig-holsteinischen Hof, gibt es jetzt auch in Mecklenburg-Vorpommern einen Verdacht. Immer mehr Bundesländern verhängen eine Stallpflicht.

Die Vogelgrippe weitet sich in Deutschland immer weiter aus. Nun greift das gefährliche Virus auch auf landwirtschaftlichen Betrieben über: Nach einem ersten bestätigten Fall in Schleswig-Holstein könnte auch ein Geflügelhof in Mecklenburg-Vorpommern betroffen sein. Wie das Agrarministerium in Schwerin mitteilte, handelt es sich um eine private Hühnerhaltung mit 58 Tieren. Alle Hühner seien vorsorglich getötet worden. Gewebeproben werden derzeit auf das H5N8-Virus untersucht. Zuvor hatte sich der Verdacht auf die Geflügelpest - eine besonders aggressive Form der Vogelgrippe - in einem Putenbetrieb in Lübeck bestätigt. Auch hier wurden die etwa 100 Tiere getötet, um den Hof wurde ein Sperrbezirk von drei Kilometern eingerichtet.

In immer mehr Bundesländern werden an der Vogelpest verendete Wildvögel gefunden. Neben Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern ist in Bayern und Baden-Württemberg das Gebiet rund um den Bodensee betroffen. Die Stallpflicht für Geflügel wurde ausgeweitet, damit sich die Tiere nicht infizieren können - auch in Bundesländern, in denen das Virus noch nicht gefunden wurde. So ordnete der brandenburgische Landestierarzt die Stallpflicht als Vorsichtsmaßnahme wegen der Nähe zu Mecklenburg-Vorpommern an.

Bundesweite Stallpflicht?

Der Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft forderte eine bundesweite Stallpflicht. "Wir müssen schneller sein, als sich das Virus ausbreitet", sagte ZDG-Vizepräsident Friedrich Otto Ripke der Nachrichtenagentur dpa. Die Stallpflicht dürfe aber nicht die heimische Produktion von Weihnachtsgänsen gefährden, sagte Ripke. Gänse werden zum Großteil im Freien gehalten. Im Stall würden sie oft aggressiv und verletzten einander. Dann könne man die Tiere nicht mehr verkaufen. Daher müsse bei der Gänsezucht im Einzelfall geprüft werden, ob eine Stallpflicht nötig sei.

Geflügelpest und Vogelgrippe

Auch Vögel können an Grippeviren erkranken. Verläuft die Vogelgrippe besonders schwer, sprechen Experten auch von
Geflügelpest. Bei der Vogelgrippe (Aviäre Influenza) unterscheiden die Fachleute schwach-, mittel- und hochpathogene (krank machende) Erreger. Die Viren enthalten auf ihrer Oberfläche Eiweiße, die mit der Abkürzung H (Hämagglutinin) und N (Neuraminidase) bezeichnet werden. Je nach der Kombination dieser Stoffe in der Hülle des Virus entstehen Namen wie H5N8. Einzelne Vogelgrippe-Viren sind nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit bei sehr intensivem Kontakt auch für Menschen gefährlich. Quelle: dpa.

Europaweite Ausbreitung

Das Virus tritt auch in den deutschen Nachbarländern auf: Aus Österreich wurde ebenfalls ein befallener Geflügelbetrieb gemeldet. In unmittelbarer Nähe des Vorarlberger Freiland-Putenhofs, ebenfalls am Bodensee, waren zuvor tote Wildvögel mit H5N8 gefunden worden. Informationen über H5N8-Nachweise bei Wildvögeln oder Geflügelbeständen gibt es mittlerweile aus sieben europäischen Ländern: Neben Deutschland und Österreich aus den Niederlanden, Polen, Dänemark, Ungarn und der Schweiz. Die aktuelle Form des Virus ist nach Angaben von Experten für Menschen ungefährlich.

Über dieses Thema berichtete u.a. NDR Info am 11. November 2016 um 09:08 und 16:08 Uhr.

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