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[Bildunterschrift: CSU-Chef Seehofer attackierte Westerwelle im Koalitionsstreit um Steinbach. ]
Der Streit um die Nominierung der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach, für den Beirat der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" hat sich ausgeweitet. CSU-Chef Horst Seehofer kritisierte den FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle für seine ablehnende Haltung gegenüber Steinbach. "Wenn die Vertriebenen Frau Steinbach vorschlagen, dann sollten wir diese Willensbildung akzeptieren", so Seehofer am Rande einer Landesversammlung der Jungen Union in Weiden. "Wir werden nicht hinnehmen, dass die FDP einfach 'Nein' sagt", erklärte er. Seehofer kündigte an, das Streitthema gegebenfalls im Koalitionsausschuss zu behandeln. "Dann ist dies eine Belastung der Koalition."
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Seehofer warnte indirekt auch Kanzlerin Angela Merkel und appellierte an die CDU, zu dem zu stehen, was vor der Wahl gesagt worden war. "Sollte der BdV Erika Steinbach nominieren, dann erwarte ich auch von der CDU, dass sie diese Entscheidung ohne Wenn und Aber unterstützt."
Außenminister Westerwelle sagte gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Spiegel", dass er nicht akzeptieren werde, dass das historisch ohnehin schon belastete Verhältnis zwischen Deutschland und Polen durch Unbedachtheiten beschädigt werde. "Kollegin Steinbach hat als Bundestagsabgeordnete entgegen der Regierungspolitik von Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher gegen die Anerkennung der deutsch-polnischen Grenze gestimmt. Dass dies zu Vorbehalten in Polen geführt hat, ist nachvollziehbar." Er hoffe, dass der BdV bei der Nominierung klug vorgehe. "Wenn nicht, entscheide ich", zitiert ihn das Magazin weiter.
Die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger unterstützte den Außenminister. "Frau Steinbach sollte sich überlegen, ob sie weiter ihre persönlichen Ambitionen über die Interessen Deutschlands stellen will", sagte sie der Tagesschau. "Wir werden uns in der Entscheidung an den Interessen unseres Landes orientieren."
Der BdV will voraussichtlich am Dienstag seinen Kandidaten für den vakanten, für ihn vorgesehenen Posten im Stiftungsrat nominieren. Steinbach hatte schon erkennen lassen, dass sie das Amt für sich beansprucht.
Der Sitz ist bisher vakant, weil der Verband wegen des Widerstands der SPD die Bundestagswahl abwarten wollte. Letztlich entscheidet das Bundeskabinett über die Besetzung. Im Koalitionsvertrag hatten Union und FDP bekräftigt, dass dem BdV drei Sitze zustehen.
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