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[Bildunterschrift: Alkohol am Steuer, Missachtung der Verkehrsregeln und hohe Geschwindigkeit sind die Hauptgründe für Unfälle. ]
Erstmals seit 1991 ist die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland wieder gestiegen. Im vergangenen Jahr starben nach Angaben des Statistischen Bundesamts 3991 Menschen im Straßenverkehr, das waren 343 mehr als 2010. Vor allem Fußgänger und Fahrradfahrer waren in schwere Unfälle verwickelt. Rund 391.500 Menschen wurden verletzt, 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Regional gibt es deutliche Unterschiede: Gemessen an der Einwohnerzahl war das Risiko, im Straßenverkehr zu sterben, in Mecklenburg-Vorpommern mit 87 Todesopfern je eine Million Einwohner am größten. Deutlich höher als im Bundesdurchschnitt waren die Werte auch in Sachsen-Anhalt mit 78 Todesopfern und in Brandenburg mit 75 Todesopfern. Im Bundesdurchschnitt gab es 49 Verkehrstote je eine Million Einwohner.
[Bildunterschrift: Verkehrsminister Ramsauer machte das Wetter mitverantwortlich. ]
Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer machte das Wetter für die stark gestiegene Zahl der Verkehrstoten verantwortlich. "Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung sind die Witterungsbedingungen", sagte er. Die Verkehrssicherheitsarbeit bleibe ein zentrales Anliegen der Bundesregierung. Ziel sei es, die schwächeren Verkehrsteilnehmer zu schützen, eine sichere Infrastruktur bereitzustellen und gute Rahmenbedingungen für intelligente Fahrzeugtechnik zu schaffen.
Auch die Statistiker nannten die Witterungsbedingungen als wesentlichen Grund für den Anstieg der Unfälle: Es habe relativ milde Wintermonate, ein sehr warmer, trockener Frühling und einen vergleichsweise schöner Herbst gegeben. Bei günstigen Wetterverhältnissen werde "mehr und häufig schneller gefahren", hieß es. Zudem seien dann auch mehr Fußgänger und Zweiradfahrer unterwegs. Dadurch steige die Schwere der Unfälle.
Die SPD kritisierte ein zu geringes Engagement Ramsauers. Der Minister mache es sich ein bisschen zu einfach, wenn er den Anstieg nur auf das Wetter schiebe, sagte deren verkehrspolitischer Sprecher, Sören Bartol. "Es reicht einfach nicht aus, nur eine Helmpflicht für Fahrradfahrer zu fordern. Stattdessen muss ein umfassendes ambitioniertes Verkehrssicherheitskonzept vorgelegt werden, indem gerade auch Fahranfänger, Radfahrer und Fußgänger besser geschützt werden", kritisierte Bartol.
Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Anton Hofreiter, forderte angesichts der Zahlen mehr Geschwindigkeitskontrollen. "Jetzt muss die Hauptunfallursache angegangen werden, und das ist nun mal überhöhte Geschwindigkeit", sagte er. "Das bedeutet: Besser überwachen und schärfer bestrafen", betonte der Verkehrsexperte.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert als Reaktion auf die aktuellen Zahlen mehr Beamte auf den Straßen. "Rücksichtlose Fahrweisen, Alkohol, überhöhte Geschwindigkeit und die Missachtung von Verkehrsregeln nehmen zu", sagte der GdP-Vorsitzende Bernhard Witthaut. Die Polizeipräsenz müsse daher dem steigenden Verkehrsaufkommen entsprechend aufgestockt werden. Stattdessen sei sie jedoch "durch den Abbau der Polizei weiter reduziert" worden, kritisierte er.
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