Beschädigte Autos stehen am Ende Juni auf der A9 bei Bad Klosterlausnitz in Thüringen. | Bildquelle: dpa

Nach Jahren mit rückläufigen Zahlen Erstmals wieder mehr Verkehrstote

Stand: 09.07.2015 12:16 Uhr

Seit Jahren sank die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland - dieser Trend ist jetzt gestoppt. 2014 starben wieder mehr Menschen im Straßenverkehr - und zwar 3377. Auch die Zahl der getöteten Kinder nahm zu. Dafür gab es insgesamt weniger Unfälle.

2014 sind auf Deutschlands Straßen erstmals seit einigen Jahren wieder mehr Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt starben im vergangenen Jahr 3377 Menschen im Straßenverkehr und damit 38 mehr als im Vorjahr - eine Zunahme von etwas mehr als einem Prozent. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Insgesamt lag die Zahl der Verkehrstoten damit immer noch auf dem zweitniedrigsten Stand seit 1950.

Mehr Kinder ums Leben gekommen

Auch die Zahl der getöteten Kinder stieg: 2014 waren es 71, dreizehn mehr als im Vorjahr. 389.500 Menschen wurden bei Verkehrsunfällen verletzt. Auch hier verzeichneten die Statistiker eine Zunahme und zwar von mehr als vier Prozent. Die schlimmsten Folgen im Verkehr hat nach wie vor zu schnelles Fahren: Etwa jedes dritte Todesopfer und fast ein Viertel aller Schwerverletzten seien auf diese Unfallursache zurückzuführen gewesen.

Milde Witterung verantwortlich?

Die Polizei registrierte mit 2,4 Millionen im vergangenen Jahr zwar insgesamt weniger Unfälle. Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden oder sogar ums Leben kamen, stieg aber an. Diese Entwicklung dürfte laut Statistikbehörde auch auf die Witterungsbedingungen zurückzuführen sein. Da die Wintermonate relativ mild und der Frühling sowie Herbst warm und trocken waren, fuhren auch mehr Verkehrsteilnehmer mit dem Fahrrad oder Motorrad. Die Folge: Fast zwölf Prozent mehr Radfahrer und gut fünf Prozent mehr Motorradfahrer kamen ums Leben. Dagegen starben weniger Autoinsassen und Fußgänger.

Am meisten im Straßenverkehr gefährdet sind nach wie vor junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Senioren über 65 Jahren hatten mit 59 Getöteten je einer Million Einwohner das zweithöchste Risiko.

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