Ein Internet-Nutzer nutzt die Anwendung eines Vergleichsportals im Netz. | Bildquelle: dpa

BGH zu Vergleichsportalen Anbieter müssen Lücken nennen

Stand: 27.04.2017 16:22 Uhr

Wer ein Vergleichsportal im Internet nutzt, der hofft auf eine möglichst komplette Marktübersicht. Viele Betreiber listen jedoch nur bestimmte Angebote auf, zum Beispiel, weil sie an deren Umsätzen beteiligt sind. Nun hat der BGH entschieden, dass die Nutzer dann darauf hingewiesen werden müssen.

Preisvergleichsportale im Internet müssen ihre Nutzer darauf aufmerksam machen, wenn sie nicht sämtliche Anbieter, sondern nur ausgewählte Unternehmen berücksichtigen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden. Solch eine Information sei für den Verbraucher von "erheblichem Interesse", weil er ansonsten davon ausgeht, einen allgemeinen Preisvergleich des entsprechenden Marktes zu erhalten, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Büscher. Das beeinflusse auch seine Entscheidung.

Die Entscheidung zu einem Preisvergleichsportal von Bestattungsunternehmen betrifft alle Portale mit entsprechenden Provisionsvereinbarungen. Ihre Betreiber sind laut Urteil nun verpflichtet, die Information zu Provisionen von gelisteten Unternehmen auf ihren Internetseiten so deutlich anzuzeigen, "dass der Verbraucher sie zur Kenntnis nehmen kann", heißt es in dem Urteil.

Klage von Bestattern

Der Bundesverband Deutscher Bestatter hatte den Betreiber der Seite Bestattungsvergleich.de verklagt. Dort wurden nur diejenigen Anbieter gelistet, die sich zur Zahlung einer Provision bereiterklärten. Nachlesen konnte man das nur im Geschäftskunden-Bereich der Seite.

Aktenzeichen: I ZR 55/16

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. April 2017 um 16:30 Uhr in den Nachrichten.

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