Ein Mann arbeitet an der Tastatur eines Laptops.  | Bildquelle: dpa

Vorwurf des Verfassungsschutzes Chinas Spione kommen über soziale Netzwerke

Stand: 10.12.2017 13:08 Uhr

Der Verfassungsschutz hat chinesischen Geheimdiensten verstärkte Spionage über soziale Netzwerke vorgeworfen, etwa über LinkedIn. Ziel sei es, Informationen abzuschöpfen und nachrichtendienstliche Quellen zu werben. Die Spione würden sich mit Fake-Profilen tarnen.

Früher haben Geheimdienste ihre Zielpersonen ganz klassisch auf Empfängen oder bei Tagungen angesprochen. Heute wird das Internet genutzt. China ist da offenbar ganz umtriebig.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) wirft den chinesischen Geheimdiensten vor, verstärkt über soziale Netzwerke anzugreifen. "Soziale Netzwerke, insbesondere LinkedIn, werden im großen Stil zur Abschöpfung und Quellenwerbung genutzt", kritisiert BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen, dessen Amt für die Spionageabwehr zuständig ist. "Es handelt sich um den breit angelegten Versuch der Infiltration von Parlamenten, Ministerien und Behörden." Deutschland und Europa seien im Jahr 2017 zudem verstärkt in den Fokus chinesischer Cyber-Angriffe geraten, bei denen neue Angriffsmethoden genutzt wurden.

Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Archivbild | Bildquelle: dpa
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Verfassungsschutzchef Maaßen wirft China massive Spionage vor.

Tarnung über Fake-Profile

Bei einer Untersuchung chinesischer Spionageaktivitäten über soziale Netzwerke wie LinkedIn zwischen Januar und Oktober 2017 entdeckte eine Projektgruppe des Verfassungsschutzes alarmierende Details. So sei es bei mehr als 10.000 deutschen Staatsangehörigen zu Kontaktversuchen gekommen. Ziel der chinesischen Geheimdienste sei es gewesen, Informationen abzuschöpfen und nachrichtendienstliche Quellen zu werben. Man gehe zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

Chinesische Geheimdienste richteten nach Erkenntnissen der Verfassungsschützer eine Vielzahl von gefälschten Profilen in sozialen Netzwerken ein. Über die Fake-Profile tarnen sich die Angreifer als Mitarbeiter von Headhunting- oder Beratungsagenturen sowie von Thinktanks oder als Wissenschaftler.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. Dezember 2017 um 13:00 Uhr.

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